Bewusstsein, Leben und Kohärenz

Den Verschränkungen des Lebens auf der Spur

Marcus Schmieke

Lebensprozesse zeichnen sich durch kohärentes Verhalten aus, das heißt maximale Integration bei gleichzeitiger maximaler Differenzierung. Das Bewusstsein ist Ausdruck höchster Integration und entspricht den selbstreferenziellen Lebensprozessen, die sich selbst und ihre Umwelt gleichzeitig reflektieren. Diese Phänomene des Lebens, des Bewusstseins und des Selbstbewusstseins können nur mit Hilfe der Quantenphysik und der Quantenfeldtheorie verstanden werden.

Leben und Bewusstsein

Leben ist durch komplexe molekularbiologische Prozesse charakterisiert, deren Verhalten sich deutlich von dem der sogenannten nicht-lebenden Materie unterscheidet. Hervorzuheben sind hierbei Eigenschaften wie Komplexität und Integration. In keinem uns bekannten Bereich des Universums existieren derart komplexe Prozesse wie im menschlichen Körper, und gleichzeitig bilden diese Prozesse eine Einheit, die das komplexe Verhalten geordnet und zielgerichtet erscheinen lassen. Die komplexesten und am stärksten integrierten biologischen Prozesse findet man im Körper wiederum im zentralen Nervensystem, in dem Milliarden von Neuronen nicht nur das komplexe Verhalten des Organismus steuern, sondern auch das Phänomen des Bewusstseins hervorbringen, das dem äußeren Phänomen des Lebens die innere Qualität der Wahrnehmung und des zielgerichteten Denkens beiseitestellt. Leben verbindet auf diese Weise seine äußere Ausdrucksform mit dem inneren Erleben, zwei ontologische Bereiche, die schwer zu verbinden sind, ja geradezu eine Kluft erzeugen, die bisher nicht überbrückt werden konnte.

»David Chalmers formulierte hieraus das hard problem, nämlich, wie aus der objektiven Ebene des Gehirns und seiner äußeren Prozesse das innere Empfinden des Bewusstseins hervorgehen kann.«

Bewusstsein und Logik

David Chalmers formulierte hieraus das hard problem, nämlich, wie aus der objektiven Ebene des Gehirns und seiner äußeren Prozesse das innere Empfinden des Bewusstseins hervorgehen kann (Chalmers, 1997). Hierin kommt ein logisches Problem zum Ausdruck, da die klassische zweiwertige Logik nur einen ontologischen Bereich, nämlich das Sein, kennt, dem das Bewusstsein nicht zugerechnet werden kann (Günther, 1976). Bewusstsein ist kein Sein, es existiert eben nicht auf der gleichen Ebene, auf der beispielsweise ein Atom oder ein Neuron existiert, sondern es entspricht der Reflexion auf diese äußere, objektive Ebene, bei gleichzeitiger Reflexion auf sich selbst. Nun ist die Reflexion doch gerade diese Beziehung des Subjekts zum Objekt und kann daher auf der Ebene des Objekts nicht verortet werden. Die klassische Logik kennt nur das Objektive und das alle Eigenschaften entbehrende absolute Subjekt, das die objektive Wirklichkeit reflektiert. Das Subjekt ist als Reflexion des Seins dessen Negation und verschwindet daher im Nichts.

Quantenphysik und Leben

Das Leben und das mit ihm einhergehende Bewusstsein stellt die Naturwissenschaft daher vor ein logisches Problem, das Erwin Schrödinger in seinem 1943 erschienenen Aufsatz »Was ist Leben« treffend charakterisiert (Fröhlich, 1968) (Schrödinger, 1992). In den diesem Buch zugrundeliegenden Vorlesungen weist Schrödinger schon auf einen Lösungsansatz hin, indem die Quantenphysik zur Beschreibung des Lebens mit hinzugezogen wird. Es ist gerade die Quantenphysik, die den Physiker vor ähnliche logische Probleme stellt. Sie unterteilt aus der Sicht der Kopenhagener Interpretation die Wirklichkeit in einen von der Quantenphysik beschriebenen und einen klassischen Bereich, in dem die Gesetze und Logik der klassischen Physik gelten. Zwischen diesen beiden Bereichen verläuft der sogenannte Heisenberg-Schnitt, der das Bobachtete vom Rest des Universums trennt. Die entscheidenden Ereignisse der Physik sind nun die sogenannten Beobachtungen, die quantenphysikalische Zustände in Eigenzustände umwandeln, die klassischen Zuständen entsprechen, in denen das beobachtete System damit konkrete physikalische Eigenschaften wie Ort oder Impuls annimmt. Während Schrödinger in seinen Vorträgen schon zeigte, dass auch die lebendige Welt von Quantenprozessen bestimmt sein könnte, gilt bis zum heutigen Zeitpunkt die Auffassung, dass die lebendige Materie viel zu heiß und ungeordnet sei, um über den Bereich molekularer Wechselwirkungen hinaus wesentlich von der Quantenphysik beherrscht zu sein.

Die Brownsche Molekularbewegung würde jede Form der quantenphysikalischen Verschränkung größerer Reichweite zunichtemachen, was als Dekohärenz bezeichnet wird. Kohärenz ist nämlich eine wichtige Eigenschaft von Quantensystemen, die durch bestimmte Phasenbeziehungen interferenzfähig sind.

Quantenfeldtheorie in lebenden Systemen

Der deutsche Physiker Herbert Fröhlich war einer der ersten, die nicht nur die Quantenphysik, sondern auch die Quantenfeldtheorie auf lebendige Systeme angewandt haben (Fröhlich, 1968). Er kam hierbei zu der überraschenden Feststellung, dass es auch bei den üblichen Temperaturen lebender Systeme durchaus zu makroskopischen Quantenphänomenen kommen kann, nämlich dann, wenn es durch die Existenz mikroskopischer Dipole zu einer sogenannten spontanen Brechung der Symmetrie kommen kann. Zwei Beispiele für solche elektrischen Dipole sind die Moleküle des Wassers, deren Sauerstoffatom den negativen und deren Wasserstoffatome den positiven Pol bilden können (del Giudice et al., 1988), und die Benzol-Ringe organischer Moleküle, deren Pi-Elektronen zu einer elektrischen Polarisierung führen können (Hameroff et al., 2014). Kommt es durch äußere elektrische oder magnetische Felder nun zu einer Ausrichtung der Dipole, so kann es zu sogenannten langreichweitigen Korrelationen zwischen den Dipolen kommen, die dann spontan in komplexere Ordnungsmuster ähnlich einem Kristall übergehen. In solchen Bereichen kommt es zu makroskopischen kohärent schwingenden Bereichen, da die Dipole nicht nur mit der gleichen Frequenz, sondern auch in konstanten Phasenbeziehungen zueinander schwingen. Die Ordnung wird von sogenannten Dipol-Wellenquanten (dwq) aufrechterhalten, die unter den geeigneten Bedingungen im Quantenvakuum in einen gemeinsamen Zustand niedrigster Energie, einem sogenannten Bose-Einstein-Kondensat (zur Erklärung siehe Glossar am Ende des Textes), kondensieren (del Giudice et al., 1985).

In einem solchen Zustand sind die einzelnen Quanten aufgrund ihrer bosonischen Natur nicht mehr voneinander unterscheidbar und bilden eine Einheit, die eine selbstreferenzielle, fraktale und kohärente Struktur aufweist. Je nachdem, ob es sich bei den schwingenden Dipolen um Wassermoleküle oder die Benzol-Ringe organischer Moleküle handelt, wie man sie beispielsweise in geordneter Form in den Mikrotubuli der Zellen findet, ergibt sich auf der materiellen Ebene ein kohärent einheitlich schwingendes makroskopisches System, das auf der dynamischen Ebene einen einzigen einheitlichen Quantenzustand bildet.

Quantenfeldtheorie des Bewusstseins

Der italienische Quantenfeld-Theoretiker Giuseppe Vitiello stellte hierzu zusammen mit dem Physiker Umezawa und dem Neurobiologen Walter Freeman die Theorie auf, dass solche kohärenten Systeme schwingenden Wassers im zentralen Nervensystem dazu führen könnten, dass das Gehirn bestimmte Zustände im Quantenvakuum als solche Bose-Einstein-Kondensate ablegt und somit im Quantenvakuum ein Double der von ihm wahrgenommenen Umgebung abspeichert (Freeman & Vitiello, 2008). Eine solche Verdopplung der Freiheitsgrade eines Systems kommt zustande, weil es sich beim Gehirn um ein dissipatives System handelt, das mit seiner Umgebung ständig Energie und Information austauscht. Das Double im Vakuum ist mit dem Gehirn quantenverschränkt, so dass beide eine untrennbare Einheit bilden, die sich gegenseitig aufeinander abbilden, während gleichzeitig die Umgebung als Informationsmuster im Quantenvakuum abgebildet wird. In seinem Double kann das Gehirn beliebig viele Zustände abbilden, da sich bosonische Zustände im Vakuum beliebig überlagern lassen, ohne dass sie sich gegenseitig stören oder beeinflussen.

Vitiello, Umezawa und Freeman konnten Hinweise darauf erbringen, dass das Gehirn auf diese Weise Gedächtnisinhalte in Form solcher Kondensationen speichert, wofür ihm beliebig viel Speicherplatz zur Verfügung steht (Vitiello, 2007). Diese Inhalte bestehen aus aktiver Information, die sich als Bedeutung manifestiert, wenn sie wieder aktiviert wird. Das Gehirn muss ein gewisses Maß an Energie aufwenden, um Zustände auf diese Weise im Vakuum abzulegen. Auch verblassen sie möglicherweise mit der Zeit. Die Aktivierung dieser Zustände erzeugt eine Trajektorie bewusster Erinnerungen und Momente[1], die einen klassischen Pfad durch den Raum dieser Quantenabbilder darstellt. Hierbei wird der Prozess, der auch dem Gedächtnis und damit dem Bewusstsein zugrunde liegt, von Quantenfluktuationen geleitet. In den Phasenübergängen geht das System also immer wieder durch chaotische Attraktoren hindurch, um dann wieder in einem konkreten Gedächtnisinhalt zu landen.

Bewusstsein als Selbstreflexion

Vitiello sieht das Bewusstsein in diesem Zusammenhang weder im Gehirn noch im Quanten-Vakuum-Double des Gehirns lokalisiert, sondern in der Kommunikation zwischen den beiden Seiten der Quantenverschränkung. Das Bewusstsein lässt sich nicht objektivieren, es entspricht also keinem Element der Theorie, sondern ergibt sich in der inneren Reflexion zwischen zwei Seiten eines verschränkten Quantenzustandes. Hierbei wird gleichzeitig die Umgebung vom Gehirn reflektiert und als bedeutungsvolles Abbild ins Vakuum kondensiert. So entsteht Selbstbewusstsein. Es ist die innere Reflexion des Systems auf sich selbst, während es gleichzeitig seine Umgebung, also ein anderes, abbildet (Vitiello, 1995). Grundlage für die bewusste Abbildung der Umgebung in den bewussten Prozess ist jedoch die Selbstreflexion, die in diesem Modell zwischen den beiden Seiten des einen Gehirn-Double-Systems stattfindet.

Abbildung 1. Selbstreflexion

In diesem Prozess treten zwei Zustände vermischter Subjektivität zwischen das Subjekt Ss (Selbstbewusstsein) und das Objekt Oo (Umgebung des Systems): und zwar das Gehirn als objektives Subjekt So und das Double im Vakuum Os als subjektives Objekt. Die Kluft zwischen dem Innen Ss und Außen Oo des Lebens wird also durch die Dynamik zweier Zustände überbrückt, die miteinander quantenverschränkt sind und als ein makroskopisches kohärentes System mit fraktalen Eigenschaften in Erscheinung tritt. Hier werden somit zwei Hypothesen aufgestellt:

    1. Selbstbewusstsein tritt in einem vierwertigen Prozess als Reflexion in sich selbst und Reflexion in anderes auf.
    2. Das empirische Selbstbewusstsein wird im Gehirn immer von großflächigen kohärenten Prozessen begleitet, die sich als kohärente Domains des Wassers zeigen und im EEG sichtbar werden.

Die Entstehung kohärenter Domains im Wasser und deren Verbindung mit der Speicherung von Information des Lebensprozesses lässt sich ebenfalls über einen solchen vierwertigen Prozess abbilden:

Abb. 2: triple reflection from water to information.

Das Quantenvakuum und alayavijnana

Es sind also makroskopische Quantenprozesse auf mehreren Ebenen (Dipole des Wassers, Dipole organischer Benzol-Ringe, Neuronale Dipole), über die sich die Dynamik des Quantenvakuums im Materiellen abbildet. Das Quantenvakuum bildet auf diese Weise den informativen Hintergrund des Lebens, der gleichzeitig mit der Entstehung des empirischen Bewusstseins in Verbindung steht. Da das Vakuum aus Zuständen des niedrigsten energetischen Niveaus besteht, ist seine Natur nicht energetisch, sondern Information, die in Bezug auf ein Lebewesen Bedeutung entfaltet. In der Tradition der »consciousness only« Schule des Buddhismus entspricht diese Ebene dem alayavijnana, das auch als »storehouse consciousness« bezeichnet wird. Es enthält potenziell die Form aller Objekte und gleichzeitig das Potenzial des Bewusstseins, sich als Selbst oder atma zu identifizieren. Auf der Grundlage des alayavijnana agieren nach traditioneller Ansicht die beiden Bewusstseinszentren manovijnana und manas, die die Bewegung des Bewusstseins, also die Reflektion nach außen (manovijnana) und nach innen (manas), darstellen (Liao & Chien, 2017). Aus der nach außen gerichteten Bewegung entsteht das nach den fünf Sinnen aufgefächerte Bewusstsein der Sinnesobjekte (dharma), während die nach innen gerichtete Selbstreflexion die Vorstellung vom Selbst und seine gedanklichen Identifikationen (atma) erzeugt. Die Bewegung beider Reflexionsprozesse zusammen genommen ergibt das empirische Selbstbewusstsein, das auf der Grundlage der Selbstreflexion auch die Reflexion des Äußeren umfasst. So entstehen aus dem unmanifestierten Untergrund des alayavijnana die kohärenten Prozesse des Lebens und seiner inneren Gegenseite des Bewusstseins.

Abb. 3: 8-faches Bewusstsein nach dem Ch´en Wei-shih Lun

1-5: Bewusstsein der fünf Sinne
6: manovijnana – Einheit des sinnlichen Bewusstseins
7: manas – Geist
8: alayavijnana – Lagerhaus Bewusstsein

Gleichzeitiges Eins- und Verschiedensein

In der buddhistischen Tradition gelten sowohl die Existenz der Objekte als auch die des Selbst als Illusion, während die Tradition des Vedanta das Selbst auch als ewig und individuell existierend kennt. Innerhalb des Vedanta gibt es Traditionen, die das Selbst als nichtdual (advaita) kennen, aber auch solche, die das Selbst als individuell in der Vielzahl kennen (dvaita) (Okita, 2020). Da es für jeden dieser Standpunkte ernsthafte und seit Jahrtausenden existierende Tradition praktizierender spiritueller Menschen gibt, ist es sinnvoll, nach einer Synthese dieser verschiedenen Sichtweisen zu suchen. Tatsächlich gibt es solche Ansätze des dvaita-advaita bzw. bedha-abedha-tattva (Nicholson, 2017), die das Selbst als sowohl Eines (advaita, abedha) als auch als verschieden voneinander (dvaita, bedha) betrachten. Hiermit kann auch die Unterscheidung zwischen dem individuellen Selbst und dem universalen Selbst gemeint sein, die ebenfalls in diesen Traditionen als gleichzeitig eins und verschieden angesehen werden. Um einen Streit über duale Begrifflichkeiten zu vermeiden und damit wiederum in die Falle der dualen klassischen Logik zu gehen, ist es sinnvoll, von der zwei zur vier zu schreiten, wie in unserer ersten These vorgeschlagen (Schmieke, 2019 und 2021). Aus der Perspektive der zweiwertigen Logik heraus laufen spirituelle Aussagen letztendlich immer in einen Widerspruch. In einer vierwertigen Logik, wie vielfach auch im Buddhismus und im Vedanta verwendet, lösen sich Widersprüche auf, da es zwischen den beiden dualen Polen zwei weitere dynamische Pole gibt, die den Widerspruch auflösen bzw. vermitteln. Die spirituellen Erfahrungen aller spirituellen Traditionen lassen sich auf diese Weise integrieren. Es gibt wohl keine Tradition, in der nicht spirituelle Einheitserfahrungen, aber auch Erfahrungen der Begegnung mit anderen spirituellen Wesen und spirituellen Beziehungen vorkommen.

Zum Autor

Marcus Schmieke, geboren 1966 in Oldenburg, studierte Physik und Philosophie in Hannover und Heidelberg. Er lebte zwölf Jahre als Mönch in einer vedischen Tradition. Auf dieser Grundlage verfasste er mehr als 20 Bücher und entwickelte das TimeWaver System für Informationsfeldmedizin. 1994 Mitgründung der Tattva Viveka. www.timewaver.de, www.healy.eu

Referenzen

Chalmers, D. J. (1997). Moving forward on the problem of consciousness. Journal of Consciousness Studies, 4(1).

del Giudice, E., Doglia, S., Milani, M., & Vitiello, G. (1985). A quantum field theoretical approach to the collective behaviour of biological systems. Nuclear Physics B, 251(C), 375–400. https://doi.org/10.1016/0550-3213(85)90267-6

del Giudice, E., Preparata, G., & Vitiello, G. (1988). Water as a free electric dipole laser. Physical Review Letters, 61(9). https://doi.org/10.1103/PhysRevLett.61.1085

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Hameroff, S. R., Craddock, T. J. A., & Tuszynski, J. A. (2014). Quantum effects in the understanding of consciousness. In Journal of Integrative Neuroscience (Vol. 13, Issue 2). https://doi.org/10.1142/S0219635214400093

LIAO, J., & Chien, C. S. (2017). The Eight-Consciousness Model of Ethical Decision Making. Review of Social Sciences, 2(9). https://doi.org/10.18533/rss.v2i9.112

Nicholson, A. (2017). Bhedabheda Vedanta. In Internet Encyclopedia of Philosophy.

Okita, K. (2020). Rejecting Monism: Dvaita Vedānta’s Engagement with the Bhāgavatapurāṇa. Journal of Indian Philosophy, 48(3). https://doi.org/10.1007/s10781-020-09427-0

Schmieke, M. (2019). Die orthogonale Komplementarität. Transzendentalphilosophische Begründung der Einheit physikalischer und psychischer Grundbegriffe, in: Tattva Viveka 81, Berlin

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Glossar:

Bose-Einstein-Kondensat:

Ein Bose-Einstein-Kondensat (BEC) ist ein physikalisches Phänomen, das in der Quantenmechanik auftritt, wenn eine große Anzahl von Bosonen auf extrem niedrige Temperaturen abgekühlt wird. Bosonen sind Teilchen, die sich gemäß der Bose-Einstein-Statistik verhalten, im Gegensatz zu Fermionen, die der Pauli-Statistik folgen. Im BEC befinden sich alle Bosonen im gleichen quantenmechanischen Zustand und bilden somit eine einzige makroskopische Quantenwelle. Es wurde erstmals 1995 experimentell nachgewiesen und bietet Einblicke in fundamentale Quantenphänomene.

Bosonen:

Bosonen sind eine Klasse von Elementarteilchen in der Quantenphysik. Im Gegensatz zu Fermionen haben Bosonen einen ganzzahligen Spin (z. B. 0, 1, 2) und gehorchen der Bose-Einstein-Statistik. Dies bedeutet, dass beliebig viele Bosonen den gleichen quantenmechanischen Zustand einnehmen können, was zu kollektiven Phänomenen wie dem Bose-Einstein-Kondensat führen kann. Beispiele für Bosonen sind das Photon (Lichtquant) und das W-Boson (Wechselwirkungsteilchen in der schwachen Kernkraft).

Dynamische Ebene (Quantentheorie):

In der Quantentheorie bezieht sich die dynamische Ebene auf die Zeitentwicklung von quantenmechanischen Systemen. Die Schrödinger-Gleichung beschreibt die Dynamik solcher Systeme und ermöglicht es uns, die Wahrscheinlichkeitsverteilung für verschiedene Zustände im Laufe der Zeit zu berechnen. Die dynamische Ebene ist entscheidend, um das Verhalten von quantenmechanischen Systemen zu verstehen und Vorhersagen über zukünftige Zustände zu treffen.

Dissipatives System:

Ein dissipatives System ist ein physikalisches System, das Energie an seine Umgebung abgibt und dadurch mit der Zeit an Ordnung verliert. Dies führt oft dazu, dass das System in einen stabilen Zustand übergeht oder einem Attraktor folgt. Ein Beispiel für ein dissipatives System ist ein Pendel, das aufgrund von Reibung allmählich seine kinetische Energie verliert und schließlich zum Ruhezustand kommt.

Trajektorie:

In der Physik bezeichnet die Trajektorie die räumliche Beschreibung der Bewegung eines Objekts oder Teilchens im Laufe der Zeit. Im klassischen Sinne ist die Trajektorie die Bahn, die ein Objekt in einem gegebenen physikalischen System verfolgt, wobei die Bewegung durch die Newtonschen Gesetze beschrieben wird. In der Quantenmechanik kann die Trajektorie eines Teilchens durch eine Wahrscheinlichkeitsverteilung beschrieben werden, die den möglichen Orten angibt, an denen sich das Teilchen mit hoher Wahrscheinlichkeit befinden könnte.

Chaotische Attraktoren:

Chaotische Attraktoren sind komplexe und sich wiederholende Strukturen in nichtlinearen dynamischen Systemen, die chaotisches Verhalten aufweisen. Chaotische Systeme sind sehr empfindlich gegenüber ihren Anfangsbedingungen, sodass selbst geringfügige Unterschiede im Startzustand zu stark abweichenden Trajektorien führen können. Chaotische Attraktoren haben interessante Eigenschaften, wie z. B. eine fraktale Struktur, und sind in verschiedenen wissenschaftlichen Bereichen von Interesse, einschließlich Physik, Biologie und Mathematik. Ein bekanntes Beispiel für einen chaotischen Attraktor ist das Lorenz-System.

Weitere Artikel zum Thema

TV 81: Marcus Schmieke – Die orthogonale Komplementarität. Transzendentalphilosophische Begründung der Einheit physikalischer und psychischer Grundbegriffe

TV 76: Marcus Schmieke – Energie- und Informationsmedizin. Heilungsmöglichkeiten aus der Quantentheorie mit Bezug auf den ganzen Menschen

TV 53: Prof. Dr. Dr. h.c. Hans-Peter Dürr – Am Anfang war der Geist. Das ganzheitliche Weltbild der Quantenphysik

TV 49-50: Prof. Dr. Thomas, Dr. Brigitte Görnitz – Licht, Leben und Bewusstsein. Quantenphysik – die Physik der Beziehungen und der Möglichkeiten

TV 13: Fred Alan Wolf – Quantensprung ins Bewusstsein. Interview mit dem Quantenphysiker

TV 06: Marcus Schmieke – Dimensionen des Lebens. Eine Ordnung von den spirituellen bis zu den grobstofflichen Ebenen unter Einbeziehung der neuen Physik

TV 01: Marcus Schmieke – Das RaumMassenZeit-Kontinuum. Die Schnittstelle von Geist und Materie

OS 17: Prof. Dr. Thomas Görnitz/ Dr. Brigitte Görnitz – Quantenphysik
OS 17: Marcus Schmieke – Quantenphysik und Bewusstsein

Footnotes

Eine besondere Eigenschaft der Bosonen ist, dass sich bei Vertauschung zweier gleicher Bosonen die quantenmechanische Wellenfunktion nicht ändert. Eine Konsequenz ist, dass sich gleichartige Bosonen zur selben Zeit am selben Ort (innerhalb der Unschärferelation) befinden können; man spricht dann von einem Bose-Einstein-Kondensat. Mehrere Bosonen nehmen dann den gleichen Quantenzustand ein, sie bilden makroskopische Quantenzustände. Beispiele sind Supraleiter und Laser.

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