SpiritualitÀt von unten
Die Autorin legt auf eindrucksvolle Weise den Finger in die Wunde der heutigen Gesellschaft, von der sich auch spirituell orientierte Menschen nicht immer befreien können, die Fixierung auf das persönliche LebensglĂŒck und gleichzeitig die VerdrĂ€ngung bis zur Verachtung der menschlichen Unvollkommenheit. Diese verfolgt uns dennoch konsequent in der Innen- und AuĂenwelt. Doch gerade in unserer Verletzbarkeit, unserem Leid und unserem Mensch-Sein liegt das Mysterium unserer Lebendigkeit und das Potenzial der Begegnung, nicht nur mit uns selbst in unserer Ganzheit, sondern auch mit Gott.
Wir leben in einer Zeit, die den Erfolg liebt, die Leistung schĂ€tzt und die ihr Augenmerk auf den jungen, gesunden, vitalen Menschen legt. In einer Zeit, die das persönliche GlĂŒck ins Lebenszentrum rĂŒckt wie eine religiöse Idee, wie ein glattes, kantenloses Modell gelingenden Lebens, wie ein machbares Paradies hier auf Erden. Die BuchlĂ€den sind reich gefĂŒllt mit den GlĂŒcksratgebern und Anleitungen zur Entfaltung der eigenen Vorstellungen von Selbstverwirklichung. Das SeminargeschĂ€ft verheiĂt uns denkbares, machbares und kontrollierbares Gelingen. Das persönliche GlĂŒck des Individuums wird dabei nicht nur an Gesundheit, Wohlstand, Anerkennung und Erfolg geknĂŒpft, sondern auch an eine darin mal latent, mal offen nahegelegte Form der Abgrenzung. Sich nicht mit sogenannten toxischen Menschen, mit negativen Nachrichten oder kritischen Auseinandersetzungen zu befassen, ist bedenklich en vogue. Um viele Menschen machen wir da auch gleich einen Bogen: Gerade jene, die uns mit ihren Problemen, ihrer Not, ihrer Angst oder ihren Ambivalenzen anstecken könnten, sind uns suspekt.
Wer sein GlĂŒck erreichen und bewahren will, kann dies innerhalb einer Idee des Hyperindividualismus nur mithilfe erheblicher generalisierter VerdrĂ€ngungsleistungen tun. Wer beispielsweise angesichts der Massentierhaltung und ihrer Verbrechen noch Supermarktfleisch isst, blendet eine bekannte, schwer zu ertragende Wirklichkeit aus. Wer BilligflĂŒge antritt, um sich kurzfristig die Zeit in fernen LĂ€ndern zu versĂŒĂen und gĂŒnstig die Welt zu bereisen, vergisst bewusst die daran geknĂŒpften sozialen und ökologischen Bedingungen. Wir sind vertraut mit der Gewohnheit, uns Vorteile zu verschaffen und nicht immer so genau hinzusehen.
»Niemand hört gern, dass der eigene Luxus der Armut anderer zu verdanken ist, oder dass die eigene Freiheit und MobilitÀt an zahllosen Unfreiheiten anderer hÀngt.«
 Niemand hört gern, dass der eigene Luxus der Armut anderer zu verdanken ist, oder dass die eigene Freiheit und MobilitĂ€t an zahllosen Unfreiheiten anderer hĂ€ngt. Niemand hört gern, dass das, was wir vermeintlich selbst erschufen oder erwirtschafteten, in vielen FĂ€llen nichts weiter als Privileg oder Zufall ist. Unser vermeintliches GlĂŒck, so fĂŒhlen wir, ist anfĂ€llig und fragil. Gelegentlich reicht schon eine Konfrontation mit einem tragischen Einzelschicksal, um unsere Sorglosigkeit zu erschĂŒttern. Die Konfrontation mit einem Trauernden trifft unser GefĂŒhl von Lebendigkeit empfindlich, die Angst des NĂ€chsten unsere eben noch empfundene Sicherheit. Uns von erschĂŒtterndem Wissen und krisengebeutelten Menschen abzugrenzen und diese Wirklichkeiten nicht zu tief in unser WeltverstĂ€ndnis und unser Erleben vordringen zu lassen, ist eine der fragwĂŒrdigen Kulturtechniken, der wir nicht selten unseren ruhigen Nachtschlaf verdanken.
»Mithalten zu mĂŒssen ist Pflicht. Burn-out, Sinnleere und Unsicherheit werden gern weggelĂ€chelt, und Insta-Filter erledigen den Rest.«
Der Wettbewerbsdruck, dem wir unterliegen, ist erheblich. Von sozialen Medien, Werbeplakaten und Film- und Musikindustrie mit Rollenbildern glĂŒcklichen Lebens konfrontiert, erleben wir uns rasch als ungenĂŒgend. Mithalten zu mĂŒssen ist Pflicht. Burn-out, Sinnleere und Unsicherheit werden gern weggelĂ€chelt, und Insta-Filter erledigen den Rest. Eine Welt begrĂŒĂt uns tĂ€glich in den Medien, die machbares GlĂŒck verheiĂt und langes Leben in Aussicht stellt. Eine Welt, die kaum RĂ€ume fĂŒr Scheitern, Krisen und Endlichkeit, fĂŒr Angst und Verlorenheit zur VerfĂŒgung stellt.
Spirituelle GlĂŒcksangebote
Auch die spirituelle Welt ist durchdrungen von diesen Prinzipien. LĂ€ngst lĂ€cheln uns die ewig jungen vitalen Mittzwanzigerinnen von jedem Meditationsgruppenflyer, von Hochglanzyogamagazinen und aus spirituellen Angeboten an. Wie vom Neobiedermeier gekĂŒsst, wĂ€hnt sich der hiesige Mensch im Jahre 2020 am sichersten, wenn er der persönlichen GlĂŒckssuche unerbittlich nachgeht und sich dabei einen Kokon aus Gewohnheiten, Errungenschaften und erworbenen Statusinsignien anlegt.
»Schmerz, Traurigkeit, Angst oder Zweifel gelten in erstaunlich vielen spirituellen Kontexten als Ausdruck unausgereifter spiritueller Persönlichkeit.«
SpiritualitĂ€t soll entspannen, beruhigen, beleben, gelassener machen, KrĂ€fte stĂ€rken, sie soll gesund erhalten und das GlĂŒck mehren. Sie soll das Leiden beenden, und wenn nicht dies, dann doch wenigstens das Leiden am Leiden. Schmerz, Traurigkeit, Angst oder Zweifel gelten in erstaunlich vielen spirituellen Kontexten als Ausdruck unausgereifter spiritueller Persönlichkeit, als Symptom mangelnder Bewusstheit oder Verhaftung in weltlichen Niederungen. Auch hier erweist sich der krisenbehaftete Mensch vielfach als Objekt abwertender Urteile.Â
Wohin also trĂ€gt der Mensch seine Wunde? Wohin seinen Schmerz? Die ungeweinten TrĂ€nen? Die einsam reflektierten BefĂŒrchtungen? Wohin Leiden an dem, was ist, und dem, was schmerzlich fehlt?
Biblische Spuren â der verwundete Mensch
Liest man aufmerksam in biblischen Texten, so stellt man fest, dass es dort einen lebendigen Ausdruck innerer Verwundung und VerwĂŒstung gibt. Die viel zitierten Psalmisten schĂŒtten Gott hemmungslos ihr Herz aus, sprechen von erlebter dunkler Nacht, von Einsamkeit, von Anfeindungen, unerfĂŒllter Sehnsucht und von plagender Schuld. Sie beten aus der Untiefe menschlicher Verzweiflung ebenso wie aus der uns vertrauten Not des Alltags, in der wir von Sorge um uns und unsere Liebsten, um unsere Gesundheit, unsere Beziehungen und unseren Besitz erfasst sind. Das Hadern und Ringen eines Hiob hat seinen Weg auch fernab kirchlicher Kontexte in das Bewusstsein der Menschen gefunden, und auch Konfessionslose kennen die starken Bilder der Passionsgeschichte, in denen wir einen leidenden, gequĂ€lten und mit sich ringenden Jesus im Ălgarten sehen, der Gott um nicht weniger bittet als darum, den Kelch vorĂŒbergehen zu lassen. Mit dem Verzweiflungsruf »Warum hast du mich verlassen« begegnet der, den Christen fĂŒr die Inkarnation Gottes halten, der Stunde tiefster Verlassenheit und Furcht, und letztlich dem Tod.
Leid gehört zur Lebenswirklichkeit
Drei Dinge sind fĂŒr mich besonders bemerkenswert, schaue ich mir die vielen Bekundungen leidvoller Lebenswirklichkeit in biblischen Texten an: Zum einen gibt es hier keinen zensierenden Eingriff in die AusdrucksfĂ€higkeit des Menschen, der sowohl GlĂŒck als auch tiefstes Leid erlebt. Der biblische Mensch erlebt sich als vielfach verwundet und mutet sich selbst zu, das Leiden zu durchleben, ebenso wie er Gott zumutet, sich den Schmerz seiner Geschöpfe anzusehen.Â
»In der IntimitÀt der Gottesbeziehung findet alles Ausdruck, keine Klage ist zu geringoder zu ausufernd, um ihren Weg zu Gott zu finden.«
In der IntimitĂ€t der Gottesbeziehung findet alles Ausdruck, keine Klage ist zu gering oder zu ausufernd, um ihren Weg zu Gott zu finden. Kein Prophet, keine Prophetin, kein König, kein JĂŒnger, nicht mal der Gottessohn selbst ist sich in diesen ĂŒberlieferten Texten zu schade, die erfahrene AbgrĂŒndigkeit zu durchleben, sie anzusehen und im Gebet vor Gott zu tragen.
Der Schmerz jeder Biografie wird gewĂŒrdigt
Zum anderen finden wir in den biblischen Texten Ausdruck eines tiefen Vertrauens, dass die als leidvoll erlebten Lebensstationen ihren Platz in einem heiligen Geschehen zwischen Gott und Mensch haben. SelbstverstĂ€ndlich gibt es auch die vielen Gebete, in denen der Mensch nicht viel mehr tut, als Gott zu bitten, den erlebten Schmerz zu beenden. Aber es gibt eben auch das ausgesprochene Vertrauen, auch die schmerzlichen Lebenswirklichkeiten könnten in Gott aufgehoben sein, könnten ihren Sinn und ihre Bedeutung haben. Wenn der Psalmist betet »Gott, sammle meine TrĂ€nen in deinen Krug; ohne Zweifel, du zĂ€hlst sie«, ist der erlittene Kummer mehr als eine Last, die Gott hinfortnehmen möge, denn er wird zu einem kostbaren Aspekt einer einzigartigen Biografie, die von Gott selbst gewĂŒrdigt wird. So wie Gott in der jĂŒdischen Denkungsart jedes Haar auf dem Haupt eines Menschen kennt, so kennt er auch jede vergossene TrĂ€ne und sammelt sie in einem GefĂ€Ă, wie ein groĂes GedĂ€chtnis, in dem kein Kampf, keine Traurigkeit, keine innere Entwicklung jemals verloren geht.
Weil das so wichtig auch fĂŒr unser VerstĂ€ndnis von Verwundung ist, möchte ich es noch mal hervorheben: Wir begegnen in den heiligen Texten der Juden und Christen einem spirituellen Subjekt, das gar nicht auf die Idee kĂ€me, seine Verwundung und Verwundbarkeit vor Gott verbergen oder auflösen zu wollen, und wir begegnen einem Menschen, der die Verletzungen in der eigenen Biografie fĂŒr so kostbar hĂ€lt, dass er sie Gott als Bewahrer und HĂŒter anvertraut.
Das Schmerzliche als Tor zur Verwandlung
Um nun den dritten bemerkenswerten Aspekt anzusprechen, der in biblischen Texten hervortritt, insbesondere wenn man es wagt, beim Lesen eine mystische Perspektive einzunehmen: Gerade die Wunde, gerade das Motiv bodenloser ErschĂŒtterung, gerade der Moment maximaler Krise erweist sich in vielen biblischen Geschichten als Ort der Gottesbegegnung und tiefer Verwandlung. Ich möchte fast sagen, dort am tiefsten Grund, auf den der Mensch sinkt, dem seine Hoffnungen abhanden kommen, dort am hĂ€rtesten Boden der Tatsachen, dort in der untersten Schicht des Verlustes, an dem die Wunschvorstellung, die Sicherheit, der Eigenwille in etwas GröĂeres hineinsterben mĂŒssen, öffnet sich auf nahezu magische Weise eine TĂŒr, hinter der uns etwas erwartet, wohin unsere Sehnsucht in all unserer Verstrickung und Vermeidung gar nicht vorzudringen vermag.
Die Wunde der Trennung
Das stĂ€rkste biblische Bild fĂŒr diesen Vorgang ist zweifelsohne die Passionsgeschichte. Wir finden hier im Ălgarten einen verzweifelten Jesus, der ein Gebet ausspricht, das wir alle sprechen könnten: »Nicht mein, sondern dein Wille geschehe.« Was dieses Gebet offenbart, ist eine tiefe, erschĂŒtternde Einsicht, die nĂ€mlich, dass mein Wille und der Wille Gottes ĂŒber Kreuz liegen. Dass es einen Bruch gibt zwischen dem göttlichen vorgesehenen Heilsgeschehen und meinen Vorstellungen davon, was ein gutes Leben sei. Dieser Bruch zwischen meinem Willen und dem Willen Gottes, diese Einsicht darin, dass dies zwei nicht identische Dinge sind, ist auf den Punkt gebracht die Erfahrung von Trennung. Zugespitzt im Gebet am Kreuz »Warum hast du mich verlassen« werden wir hier damit konfrontiert, dass selbst der, den Christen fĂŒr identisch mit Gott halten, in seinem Menschsein offenbar die bodenlose Trauer der Trennung erfĂ€hrt.
Und damit möchte ich gleich ĂŒber die menschliche Wunde, ĂŒber einige der Verwundungen sprechen, mit denen wir heute ebenso leben mĂŒssen wie seinerzeit der Nazarener. Die Erfahrung der Trennung ist eine frĂŒhe: Das Baby, das den SchoĂ der Mutter verlĂ€sst, das Kind, das von angeborener IntersubjektivitĂ€t, von einer Wir-Wahrnehmung in eine Ich-IdentitĂ€t hineinwĂ€chst, das Kind, das mit fortschreitendem Alter einen Vertrauensverlust in die vormals als verlĂ€sslich erlebte Verbundenheit erfĂ€hrt, fĂ€llt in ein ernĂŒchterndes bis erschĂŒtterndes TrennungsgefĂŒhl. Dieses TrennungsgefĂŒhl ist identitĂ€tsstiftend im Sinne eines Ich-Erlebens und bleibt doch eine Wunde, die der Heranwachsende nicht vergisst. Das TrennungsgefĂŒhl begleitet uns fortan alle, und viele Erfahrungen, die wir im Leben machen, reaktivieren diese existenzielle ErschĂŒtterung. Unsere Freundschaften wie unsere Liebesbeziehungen und auch unsere spirituellen Beziehungen zum Priester, zum Lehrer, zum Guru, zu Gott selbst sind immer wieder durchdrungen von diesem Wechsel zwischen Individuation und Symbiose. Und was fĂŒr eine Liebesbeziehung gilt, gilt auch fĂŒr die Beziehung zu Gott: Wir winden uns unter der als schmerzvoll erlebten Trennung und versuchen Mal um Mal, sie zu ĂŒberwinden oder sogar zu vermeiden. Der Partner, der sich von uns trennt oder sich innerhalb der Beziehung distanziert, löst fĂŒr viele von uns dramatischste GefĂŒhle aus: Das geht vom Empfinden, »nicht mehr ganz zu sein«, bis hin zu einem GefĂŒhl, ohne den anderen gar nicht leben zu können. Dass wir ohne den anderen nicht leben könnten, stimmt freilich nie â es ist aber eine Erfahrung, die nahtlos an die frĂŒhkindliche Trennungsdramatik anknĂŒpft und dementsprechend ĂŒberwĂ€ltigend sein kann.Â
Sehnsucht nach Ungetrenntheit
Auch unsere religiösen und spirituellen Ambitionen spielen sich â meist unbewusst â auf diesem Terrain ab: Der Wunsch nach erlebter Einheit mit dem Göttlichen ist konfessionsĂŒbergreifend so groĂ, dass Schulen oder Menschen, die uns die Erfahrung von »unio«, von Einheit in Aussicht stellen, sich vielerorts vor Meditationswilligen kaum retten können. Aber auch schon im Kleineren wĂŒnschen wir uns die beseligenden Gipfelerlebnisse von Verbundenheit und Einheit, wir erwarten in Gottesdiensten ebenso wie in Meditationskreisen oder in spirituellen Wandergruppen das tröstliche, das erhebende, das alle WidersprĂŒche auslöschende GefĂŒhl von Ungetrenntheit. Wie Erwachsene, die sich zurĂŒck in den MutterschoĂ wĂŒnschen, jagen wir der Erfahrung von Gott-und-ich-sind-eins hinterher, nur um eines Tages sagen zu können: Nein, ich hoffe nicht auf spĂ€ter, ich bin in Gott im Hier und Jetzt, paradise is now, und alle Trennung war nur Illusion.
Um noch mal das biblische Bild zu bemĂŒhen: Das letzte Wort Jesu »Es ist vollbracht« ist aus biblischer Perspektive nicht denkbar ohne die tief erlebte und durchlittene Trennung, ohne das »Warum hast du mich verlassen«. Die erlebte Trennung könnte nicht weniger illusorisch sein. Sie ist so wirklich wie jeder Tropfen SchweiĂ und Blut auf Jesu Stirn, so wirklich wie jede TrĂ€ne, die wir angesichts der existenziellen Einsamkeit jedes Menschen geweint haben. Erst die radikale Anerkennung der Getrenntheit fördert etwas zutage, was wir Verwandlung nennen könnten. Und wie sehr es um Verwandlung geht, das zeigen die folgenden Bilder der Auferstehung, die wir alle aus dem Ostergeschehen kennen. Da ist davon die Rede â und viele KĂŒnstler haben das ĂŒber die Jahrhunderte wunderbar umgesetzt, wie etwa Matthias GrĂŒnewald im Isenheimer Altar â, dass die Wunden Jesu leuchten. Wie können wir dieses Bild auf uns ĂŒbertragen? Es wĂŒrde wohl bedeuten, dass unabhĂ€ngig davon, wie spirituell entwickelt, wie bewusst, wie heilig, wie erwacht wir auch sind, unsere Wunden nicht verschwinden werden. Wohl werden sie leuchten, sie werden verwandelt sein, aber sie werden zu uns gehören, weil sie eine Wirklichkeit menschlichen Lebens sind und weil Gott selbst, der sich in den zahllosen Manifestationen der Schöpfung ausgieĂt, sich dieser Trennung aussetzt.
Die Wunde der Endlichkeit
Es ist vielen spirituellen Wegbereiter*innen und natĂŒrlich der Psychologie zu verdanken, dass wir heute genĂŒgend Wissen besitzen, um unsere zahllosen Ăngste auf ihren Kern herunterzuschĂ€len. Nicht selten begegnet uns in diesem Tun die Angst vor der eigenen Endlichkeit als Motor zahlreicher Vermeidungsstrategien. In gesellschaftlichen ZusammenhĂ€ngen, in denen wir nicht ausreichend einĂŒben, uns mit unserem eigenen Ableben auseinanderzusetzen, und in denen wir nicht frĂŒh genug darin geschult werden, die Halbwertszeit von Ideen, Erfolgen, BesitztĂŒmern, Beziehungen und physischer Konstitution im Blick zu behalten, bleiben wir auch als Erwachsene infantil in unserer BedĂŒrfnisstruktur und wenig resilient im Umgang mit Krisen.Â
Es zeigt sich auf dem sensiblen Gebiet der Trauerarbeit, wie unvorbereitet uns der Tod geliebter Menschen als LebensrealitĂ€t trifft, und was fĂŒr die Trauer um Verstorbene gilt, gilt auch fĂŒr die Trauer um Projekte, um Selbstbilder, um verlorenen Glauben oder verlassene Heimat: Wir mĂŒssen sie erlernen.
Auf der Flucht vor der Endlichkeit halten wir auf bizarre Weise an ideellen und materiellen Dingen fest, die uns, noch wĂ€hrend wir ihnen das HöchstmaĂ an Genuss abringen, wie Sand durch die Finger rieseln. Dass wir es nicht mehr gewöhnt sind, in religiösen und spirituellen Kontexten den Tod und die Endlichkeit zu meditieren, ist ein bedauernswerter Kulturverlust. Gerade hier könnten sich Widerstandskraft und KreativitĂ€t entfalten, wenn Menschen die Kostbarkeit des Augenblicks begriffen, der nicht wiederkehrenden Möglichkeiten und der geschenkten geteilten Zeit. Es ist kein Widerspruch, dass man dem Leben erst dann in seiner ganzen Tiefe begegnet, wenn man den Tod ins Leben ruft. Im tiefen Rot der Wunde der Endlichkeit begegnet uns das Leben, das im Vollbewusstsein seiner FlĂŒchtigkeit darauf drĂ€ngt, wild, frei und schöpferisch die Welt zu gestalten.
Die Wunde der Schuld
Vielen Menschen, die eine schmerzliche Geschichte mit dem institutionalisierten Christentum hinter sich haben, sind die zahlreichen Motive der Schuld in der christlichen Heilsgeschichte zuwider. VerstĂ€ndlicherweise rufen die starken wiederkehrenden Wortbilder von SĂŒnde und Erlösung in vielen Suchenden Aversionen wach, die kaum noch aufzulösen sind. Ich möchte in restloser Anerkennung des groĂen Leids, das Kirche auch und gerade mit diesem Topos angerichtet hat, dennoch einen wertvollen Aspekt daran in unsere Perspektive hinĂŒberretten.
Um der KomplexitĂ€t heutigen menschlichen Lebens Rechnung zu tragen, muss man sagen, dass wir alle in Kontexten leben, in denen wir zum einen »schuldlos schuldig werden« und in denen wir zum anderen bewusst Entscheidungen treffen können, die anderen Menschen oder der Schöpfung schaden. FĂŒr letzteres, also die »SĂŒnde«, hat sich das Christentum immer schon interessiert und dabei auch immer weiter reflektiert, was diesen Namen verdient und wie mit diesem PhĂ€nomen umzugehen sei. Heute hören wir manche Stimme sagen, dass SĂŒnde eben das sei, was dem Leben schade, was lebensfeindlich ein bewusster Widerspruch zu dem in uns liegenden Wissen sei, dass jeder Kreatur höchste Achtung gebĂŒhre.
Niemand, der schon einmal tiefes Unrecht erlitten hat, wĂŒrde die Wirklichkeit der Schuld leugnen. Niemand, der bei Verstand ist, könnte heute leugnen, dass wir uns auf vielfache Weisen schuldig machen, durch Umweltausbeutung, durch Kriege, durch sexuelle Gewalt oder Diskriminierung. Und doch ist Schuld aufgrund der religiösen Instrumentalisierung dieses Begriffs kein Wort, das wir gern in den Mund nehmen. In spirituellen Milieus fernab der Kirchen finden wir oft eine Begriffsverschiebung, wenn vornehmlich von »Verantwortung«, nicht aber von Schuld gesprochen wird. Sich aber dem Umstand zu stellen, dass man sich am anderen schuldig macht, dass man andere ihrer Chancen, ihres Rufs, ihrer materiellen Sicherheit, ihrer physischen oder seelischen Gesundheit berauben kann, ist nicht nur eine groĂe Last und quĂ€lende Wirklichkeit, mit der wir leben mĂŒssen, sondern auch eine offene TĂŒr zu erlebter Verbundenheit, nach der wir uns alle sehnen.Â
Manch einer, der erlebte Verbundenheit ersehnt, erwartet hier vor allem ein beseligendes Sentiment, ein wĂ€rmendes GefĂŒhl der NĂ€he und des Gleichklangs. Dass Verbundenheit uns aber auch dort als Erfahrung treffen könnte, wo wir das Leiden des anderen fĂŒhlen und erfahren, dass wir darin nicht unbeteiligt sind, das kommt uns nicht in den Sinn. Gerade in diesen Tagen der Corona-Krise kommt mir in den Sinn, wie sehr Menschen in dieser Zeit Verbundenheit erleben beim Gedanken daran, dass der andere sie anstecken könnte oder dass sie ĂŒber unsichtbare Infektionswege den anderen anstecken könnten, fĂŒr den es womöglich lebensgefĂ€hrlich ist. Diese beinahe schockhaft auftretende Erkenntnis, dass man so sehr noch mit dem Fremden, den man gar nicht zu Gesicht bekommt, verbunden ist, ist mit Sicherheit nicht das, was sich Menschen wĂŒnschen, wenn sie sagen, sie wĂŒrden gern einmal erlebte Verbundenheit ganz spĂŒrbar wahrnehmen. Und doch ist es so: In dieser als angstvoll und bedrohlich erlebten Situation zeigt sich die Menschheit als ein groĂer vernetzter Organismus, dessen kranke Zelle in der Ferne alle anderen Zellen betrifft.Â
»Wir sind verletzlich, wir sind aufeinander angewiesen.«
Hinter dieser â schmerzlichen und jĂ€hen â Erfahrung von Verbundenheit, ebenso wie hinter einer als angenehm erlebten Verbundenheit, etwa bei SolidaritĂ€t und Hilfsbereitschaft, steht dieselbe Wahrheit: Wir sind verletzlich, wir sind aufeinander angewiesen, unsere Geschicke sind miteinander vermischt, wir sind fĂ€hig dazu, uns am anderen schuldig zu machen, indem wir ihm etwas nehmen, worauf er genau wie wir Anspruch hat.
Eine spirituelle Praxis lĂ€dt uns unweigerlich dazu ein, uns fĂŒr diesen fragilen Zusammenhang zu sensibilisieren. Und sich der eigenen Wunde der Schuld zu stellen, zu prĂŒfen, was ich am anderen tue und unterlasse und wie oft ich unter meinen Möglichkeiten bleibe, Leben zu hĂŒten und zu pflegen, heiĂt eben auch, feinfĂŒhliger zu werden fĂŒr meine eigenen Schöpfungen, fĂŒr die WĂŒrde des anderen und fĂŒr die groĂe menschliche FĂ€higkeit zur Vergebung, auf die wir alle ausnahmslos angewiesen sind.
Verletzbarkeit gestalten
Ich sprach anfangs von biblischen Spuren. Hier begegnet Gott selbst uns als verletzbarer Mensch in höchst verletzlichen ZusammenhĂ€ngen. Gott selbst zeigt sich in der Inkarnation als endlich, als verwundbar, als ein Mensch mit inneren KĂ€mpfen, Reifungsprozessen und WidersprĂŒchen, als ein Mensch, der Trennung und Verlassenheit erleidet und der sich von seiner göttlichen Natur ĂŒber verschiedene Grenzen ziehen lassen muss, um dem sich an ihm vollziehenden Heilsgeschehen zu entsprechen.Â
Nimmt man Jesus als Blaupause eines Menschen, der sich inneren Prozessen stellt und der sich immer wieder entgrenzen und verwandeln lĂ€sst, dann bekommen die vielen, oft fremdartigen Bilder in biblischen Geschichten eine ganz persönliche und aktuelle Bedeutung. Die Versuchung in der WĂŒste, die VerklĂ€rung auf dem Berg Tabor, die Stillung des Sturms auf dem See, ĂŒberall begegnet uns der Christus-Archetyp als Wegweiser zu ureigenen Selbstwerdungsprozessen.Â
Darauf stoĂen uns nicht nur die biblischen Bilder â auch und gerade Bilder, die sich in der Kunst, der Tradition und Volksfrömmigkeit entwickelt haben, tragen oftmals eine tiefe mystische Dimension in sich, die uns heute noch viel zu erzĂ€hlen hat. Daher möchte ich gern mit einem Bild schlieĂen, das aus der Westkirche weitgehend verschwunden ist: der Abstieg Christi in die Unterwelt, oder auch volkstĂŒmlich die Höllenfahrt Christi.
Die Darstellung Jesu, der zwischen Grablegung und Auferstehung das Totenreich bereist, war ganz sicher auch eine fromme Verlegenheitsgeste: Man versuchte schlicht und ergreifend zu erklĂ€ren, was Jesus denn zwischen seinem Tod und der Auferstehung getan habe, und damit wollte man gleichzeitig die Frage beantworten, wie denn nun all jene, die vor Jesu Geburt gelebt hatten, in den Genuss der Erlösung kĂ€men. Das kraftvolle Bild, das in der Ostkirche bis heute eine der zentralen Ikonen ist, zeigt Jesus, der nach seinem Tod ins Reich der Toten hinabsteigt und von dort all jene, die redlich lebten, aus der Umarmung der Dunkelheit ins Licht befreit. Ungeachtet der fĂŒhlbaren Hilflosigkeit, mit der diese Darstellung eine Leerstelle in der schwer verstĂ€ndlichen Geschichte von Kreuzigung, Tod, Erlösungswerk und Auferstehung zu bebildern versucht, ist die mystische Symbolkraft dieser Szene kaum zu leugnen:
Der fantasievoll gemalte, monströse Schlund, in dem zahllose Seelen gefangen sind, deren Stimmen sicher chaotisch durcheinanderplappern, dieser Schlund, der von einigen emsigen DĂ€monen oben und unten mit Gewalt verschlossen gehalten werden will, er ist unseren eigenen Untiefen nicht unĂ€hnlich. In uns sind zahlreiche verschiedene Stimmen versammelt, unsere Teilselbste, von denen manche im Widerstreit liegen, unsere groĂen GefĂŒhle, von denen wir uns viele nicht gern bewusst machen: die Traurigkeit, die Wut, die Angst. Auch das, was der WĂŒstenvater Evagrius Ponticus die »DĂ€monen« nennt, die unsere Leidenschaften wie Gier, Habsucht, Kummer oder Hochmut wecken, könnten hier wohl angesiedelt sein. Was die dort vereinten KrĂ€fte letztlich »höllisch« macht, ist ihre fehlende Aussicht auf VerĂ€nderung, ihre fehlende Perspektive auf Verwandlung. Sie sind verschlossen, im Dunkeln, und von dort wirken sie womöglich auf uns ein, ohne dass wir es wissen, sie dirigieren unser Handeln, unsere Erwartungen und unsere GemĂŒtslage und belasten unseren Körper und unsere Beziehungen.
In diesem Bild steigt Christus nun hinab und setzt sich eben dieser in sich verkrĂŒmmten Unterwelt aus. Er öffnet den Schlund, der verschlossen war, er bricht den Widerstand der dĂ€monischen KrĂ€fte, die diesen Schlund verschlossen halten wollen, und er tritt dieser dunklen Welt offenen Auges und mit ausgestreckter Hand entgegen. Als Verwundeter, der er selbst ist, mit sichtbaren Wundmalen, den Zeichen seiner eigenen Gebrochenheit, wird er fĂŒr die chaotische Welt unter sich ganz Auge, das schaut, ganz Hand, die Hilfe spendet und befreit. Die befreiten Figuren können in die Oberwelt treten, sie können ihren neuen Platz finden, mitten im Licht.
Nichts anderes tut der Mensch, der sich seiner Wunde stellt und seiner Verletzbarkeit gestaltend begegnet. Er lĂ€uft nicht vor der schmerzlichen Erfahrung, dem nagenden GefĂŒhl oder der ambivalenten GemĂŒtslage davon, flĂŒchtet sich nicht in Leugnung oder VerdrĂ€ngung. Er bereist auch nicht die Hölle, um es sich dort gemĂŒtlich einzurichten und sich in die zahllosen Dramen verstricken zu lassen, bis er zerrissen und handlungsunfĂ€hig ist. Sondern er begegnet im Bewusstsein, dass auch er die Christus-Natur ist, offenen Auges, mit Mut und Klarheit der Wunde und ihren zahllosen Folgen. Der Verschlossenheit, die aus Verletzung erwachsen ist. Der Bitterkeit, die aus EnttĂ€uschung erwachsen ist. Dem Misstrauen, das aus Verrat erwachsen ist. Er begegnet der Frustration, der Aggression, der Kompensation, der Depression, jenen hilflosen BewĂ€ltigungsversuchen der Seele, die sich rasch erschöpfen. Etwas anzuschauen, etwas radikal zu erlauben, etwas mutig zu bereisen und sich selbst mehr und mehr als Raum zu begreifen, in dem Trauer, Zorn oder Angst atmen dĂŒrfen, ohne dass wir daran Schaden nehmen, das ist buchstĂ€blich rettend und erlösend. Wer der von Egozentrik und Verstrickung befreiten Traurigkeit oder dem befreiten Zorn begegnet, staunt darĂŒber, wie sehr sie Ausdruck tiefer Liebe und grenzenlosen MitgefĂŒhls sind. Wer aber befreit sie?
Wenn wir den Christus in diesem Bild anschauen, schauen wir uns selbst an. Wir sind die, die in unsere AbgrĂŒnde hinabsteigen und das Heilige darin befreien mĂŒssen. Damit treten wir heraus aus der bloĂen Zumutung von Verletzbarkeit, von BeschĂ€digung, hinein in das mĂŒndige Gestalten von Verletzbarkeit. Und dann erleben wir, dass VulnerabilitĂ€t nicht bloĂ bedeutet, empfindlich zu sein, Risiken ausgesetzt zu sein, sondern dass sie eben auch bedeutet, empfĂ€nglich zu sein, berĂŒhrbar und verbunden, ĂŒberhaupt im eigentlichen Sinne begegnungsfĂ€hig.
Wie in vielen spirituellen Prozessen begegnet uns auch hier ein Paradoxon: Je tiefer wir in die Wirklichkeit unserer Wunde hinabsteigen, desto heiler mögen wir uns fĂŒhlen, denn das, wozu wir hinabsteigen, steigt befreit hinauf, wĂ€hrend unsere mutiger werdenden Schritte neue Lebenstiefe ausmessen, die uns zuvor verborgen war. Auf dem mystischen Weg ĂŒben wir, uns mit dieser Christusnatur in uns vertraut zu machen, wir ĂŒben, ihr mehr Raum zu geben, wĂ€hrend das, was wir egoische Struktur nennen, kleiner werden und in den Hintergrund treten darf.
Gott als Weltgewebe
Wer einen mĂŒndigen Umgang mit der Wunde praktiziert, sei es durch Kontemplation, Gebet, durch radikale Akzeptanz, Körperarbeit, Kunst â die Wege sind zahlreich â, dem öffnet sich nicht nur ein neues Selbstbild. Auch das Gottesbild verwandelt sich. Denn wie viel Zeit haben wir damit in unserem Leben schon verbracht, Gott um das Schöne zu bitten und um die Abwendung des Schmerzlichen? Wie oft haben wir ihn im ErfĂŒllenden vermutet, nicht aber in Zerrissenheit?Â
»Gib, dass mein Partner zurĂŒckkommt.« »Mach, dass ich gesund werde.« »Lass nicht zu, dass ich meine Arbeit verliere, dass ich einsam bin, dass ich Angst haben muss.« Wie viele dieser Gebete steigen tĂ€glich zum Himmel?
Wir haben sehr konkrete Vorstellungen davon, was gelingendes Leben sei. Wir haben den Glauben tief verinnerlicht, dass uns Wohlstand zustĂŒnde, Gesundheit, GlĂŒck und positive GefĂŒhle. Wir hĂ€ngen unser GlĂŒck an ein GefĂŒhl der Unversehrtheit und Sicherheit. VerkrĂŒmmt in unserer Angst, sprechen wir zu einem Gott, den wir nur denken können als Verhinderer des Ăbels, als Abwender des Leidens, letztlich als Garant von Unversehrtheit. Was ist das fĂŒr ein Gottesbild, das wir damit pflegen? Und wie möchten wir leben, umschlossen von einer Haut, die nichts ritzen kann?
Wir sind radikal verletzbar in allem, was uns ausmacht. Unser Körper altert und krankt. Wir beginnen viele Dinge, die wir nie klĂ€ren, verstehen, heilen oder vollenden können, selbst wenn wir uns darum bemĂŒhen. Wir haben Heimweh nach der groĂen Alleinheit und erleben zahllose Weisen der Trennung. Das ist die radikale Verletzbarkeit, die uns vom Leben gegeben ist. Was tun wir, wenn wir Gott bitten, uns diese Verletzbarkeit zu ersparen? Wir bitten Gott darum, uns die Tiefe zu ersparen. Die Tiefe der Traurigkeit, der Wut, der Zweifel, der Auseinandersetzungen und der Suche. Letztlich bitten wir ihn darum, uns das Leben selbst zu ersparen, das sich durch uns entfaltet.
Stellen wir uns der Wunde und unserer Verletzbarkeit, öffnen wir den Raum fĂŒr einen unbekannten Gott, den wir noch nicht oder nicht oft genug zu denken wagten, fĂŒr einen Gott, der uns nicht nur im Frieden, in der FĂŒlle und im GlĂŒck begegnet, sondern auch in der Krise, im Scheitern, im Kampf, auf der Suche und im Zweifel. Dass Gott ein Werdender ist, in der Ferne, aber auch ganz nah, in mir, als Du, als ich, als Weltgewebe und Lebenswirklichkeit, in der wir uns bewegen, das können wir lernen, ahnen, erfahren und schmecken, wenn wir nur die Wunde, die schmerzende und leuchtende Wunde, offen halten und sie nicht als Makel, sondern als WĂŒrde begreifen.Â
Zur Autorin:Â
Giannina Wedde ist Buchautorin, Liedermacherin, Wegbegleiterin und Seminarleiterin und unterstuÌtzt Sinnsucher*innen auf ihrem spirituellen Weg. Verwurzelt in der christlichen Mystik und im Dialog mit den groĂen spirituellen Traditionen zeigt sie Wege zu einer modernen Alltagsmystik auf.
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