Im Tattva Viveka Büro in der Ebersstraße in Berlin

Ronald Engert – 30 Jahre Tattva Viveka

Eine philosophisch-spirituell-materielle Bilanz – Interview mit dem Gründer der Tattva Viveka

 

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Eine spirituelle Zeitschrift über 30 Jahre am Markt zu halten, ist durchaus ein ambitioniertes Unterfangen. Wie diese Reise verlief, wie daran die Höhere Macht und viele Menschen einen Anteil hatten, was der Gründer alles erlebte und welchen Sinn die Tattva Viveka hat, erfahrt ihr in diesem kleinen Überblick.
Das Interview führte Stefanie Aue, Redakteurin bei Tattva Viveka.

Hier der Text im Video-Format, etwas ausführlicher:

Stefanie Aue: Heute haben wir uns ein besonderes Thema ausgesucht, denn Tattva Viveka wird dieses Jahr 30 Jahre alt. Hättest du dir das gedacht, als du 1994 die Tattva gründetest?

 

Ronald Engert: Nein, ich hätte nie gedacht, dass das einmal zu meiner Arbeit wird, die praktisch mein ganzes Berufsleben ausfüllt. Ich begann es damals am Küchentisch, denn es war einfach eine Leidenschaft und der Wunsch da, etwas Sinnvolles zu tun. Ich dachte nicht an die Zukunft, ich wollte einfach nur eine Zeitschrift machen. Das kam folgendermaßen zustande:

Ich war 1990 auf einem Schamanenseminar bei Harley Swift Deer in der Schweiz, und er fragte uns: »Was ist euer Weg mit Herz?« Wir machten eine Visionssuche, und daraufhin definierte ich zum ersten Mal, dass ich eine Zeitschrift machen möchte.

Mein Interesse galt der Sprache und dem geschriebenen Wort, und ich wollte wissen, wie man die Buchstaben aufs Papier bekommt. Ich fand meine Vision, und der Schamane ergänzte: »You need prerequisite knowledge«, also Fachwissen oder handwerkliches Wissen. »Ihr müsst wissen, wie ihr eure Vision umsetzen könnt, und sicherstellen, dass ihr die notwendigen Fachkenntnisse dafür habt.« Mit dieser Vision im Sinn machte ich extra eine Ausbildung in einem Verlag, um mir das notwendige Fachwissen anzueignen, denn ich wollte es richtig machen.

Zuvor hatte ich Germanistik und Philosophie studiert und nach 13 Semestern ohne Abschluss abgebrochen. Die Entscheidung war auf unterschiedliche Gründe zurückzuführen, aber unter anderem sah ich keinen Sinn darin, in diesem hochgezüchteten Elfenbeinturm mein Denken einzugrenzen. Es erschien mir von der Realität und der Lebenspraxis der Menschen abgetrennt.

Ich war sehr rebellisch. Aber irgendwie dachte ich, dass diese Zeitschriftenprojekt tieferen Sinn hat. Ich machte das nicht aus kommerziellen Gründen, sondern aus Überzeugung, um etwas zu tun, was für mich sinnvoll war, und um der Menschheit etwas Gutes zu tun.

Ronald mit Tattva
Der Chefredakteur in seinem Büro

Stefanie: Eine Berufung?

Ronald: Ja, auf jeden Fall.

Stefanie: Du wolltest diese Welt der Philosophie und Spiritualität zu Papier bringen?

Ronald: Ja. Ich hatte immer viel gelesen, mich für Philosophie, Gesellschaft, Psychologie und den Menschen interessiert. Ich begab mich auf die Suche nach dem Sinn des Lebens und dachte, der Sinn des Lebens sei das Leben selbst. Das war schon einmal eine gute Idee, da das Leben wirklich eine wichtige Kategorie ist. Und ich überlegte: Wer sind wir als Mensch? Worum geht es wirklich? Was bewegt uns? Was treibt uns an und wonach sehnen wir uns als Menschen? Mir reichte es nicht, nur materielle Vollkommenheiten wie Terrakottafliesen auf der Terrasse, Aluminiumfelgen am Auto oder Ähnliches anzustreben und mich in meinem kleinen Reich einzurichten. Mein Wunsch war es hingegen, in die Tiefe zu gehen.

Ich bin froh, dass ich dieses Handwerk erlernt habe. Die zweijährige Ausbildung absolvierte ich beim Verlag Neue Kritik in Frankfurt/Main, einem linken Verlag, der 1965 infolge der Studentenbewegung gegründet worden war. Als ich 1994 die Ausbildung abschloss, entstand gleichzeitig die erste Tattva. Sie war mein eigenes Projekt außerhalb des Verlages und gleichzeitig war die erste Ausgabe mein Gesellenstück. Das war besonders aufregend.

Stefanie: Magst du uns von den Anfängen erzählen? Es war bestimmt nicht leicht, Fuß zu fassen.

Ronald: Letztlich hat sich alles gefügt. Es waren Kräfte im Spiel, die über mein Ego hinausgingen. Ich war damals bereits spirituell interessiert. Eines meiner Hauptinteressen war das Krishna-Bewusstsein, die indische Bhakti-Yoga-Tradition, und in den Kreisen fand ich jemanden, der mit mir gründete. Ich hatte den Wunsch, eine Zeitschrift zu machen, wollte das aber nicht alleine stemmen, weil mir das zu viel Arbeit erschien und keinen Spaß machen würde.

Ich fragte herum und fand bei den Krishna-Devotees Marcus Schmieke, der mitmachen wollte. Wir gründeten somit zu zweit die Tattva Viveka. Des Weiteren streckte uns eine Frau aus dem Kreis 3.000 D-Mark vor. Sie meinte, dass wir dieses Geld für den Druck verwenden und es ihr irgendwann wieder zurückgeben können, aber wenn es nicht klappen würde, sei es auch okay. Die Tattva fing mit einer Spende an, weil weder Marcus noch ich Geld hatten. Wir druckten mit diesen 3.000 DM die erste Auflage, und ich gab 1.000 DM für die Belichtungskosten, Flyer und so weiter dazu. Damit hatten wir das Projekt am Start.

Mir war wichtig, dass wir qualitativ hochwertige Inhalte veröffentlichen, die in einer qualitativ hochwertigen Form präsentiert werden. Die Zeitschrift sollte somit auch ein ansprechendes Layout haben und auf gutem Papier richtig gedruckt sein.

Marcus machte nur die ersten vier Ausgaben mit, dann war sein Enthusiasmus erschöpft, aber er hatte mitgegründet und einige Artikel geschrieben. Er hielt viele Vorträge, auf denen er die Tattva unter die Leute brachte. Wir verkauften die erste Auflage von 1.500 Stück ziemlich gut. Jedenfalls gab es genug Geld, um die zweite Ausgabe zu drucken. Natürlich zahlten wir uns selber kein Geld aus. Daran dachte ich überhaupt nicht. Außerdem bekamen wir zunehmend Abonnenten. Wir hatten bereits 20 Abonnenten, bevor das erste Heft überhaupt gedruckt war.

Die erste Ausgabe war noch sehr vom Krishna-Bewusstsein bestimmt, vor allem vedische Philosophie. Doch es waren auch jeweils ein Artikel zur Dialektik der Religion von mir sowie zur Quantenphysik von Marcus mit dabei. Beim zweiten Heft öffneten wir die Zeitschrift für die anderen spirituellen Traditionen. Wir publizierten Artikel zur Kabbala, westlichen Philosophie und zum Schamanismus. So kam es, dass die Zeitschrift offen für alle spirituellen Kulturen der Welt, für die verschiedenen Wissenschaftsdisziplinen und für die Grenzgebiete zwischen Wissenschaft und Spiritualität wurde.

Am Anfang erschienen offiziell zwei Hefte im Jahr, aber es dauerte meistens so acht bis neun Monate, bis die nächste Ausgabe erschien. Die erste Ausgabe veröffentlichten wir im April 1994 und die zweite im Dezember 1994.

Team Weihnachten
Das aktuelle Team (Januar 2024), v.l.n.r.: Jigyasa (Praktikantin aus Indien für 3 Monate), Ronald (Chief, seit 1994), Alice (Redaktion, Layout, seit 2016), Bianca (Buchhaltung, seit 2018), Sebastian (Webadmin, seit 2011), Lara (Layout, Pinterest, seit 2021), Stefanie (Redaktion, Geschäftsführung, Layout, seit 2019), Fabienne (Facebook, Videoschnitt, seit 2020), Hanna (Redaktion, Akquise, Instagram, Layout, seit 2021) – Nachtrag Juli 2024: Jigyasa, die Praktikantin, hat ihr Praktikum beendet; Bianca ist aus persönlichen Gründen ausgeschieden, Laras Stelle wurde aus ökonomischen Gründen gestrichen, sie ist aber auch gut beschäftigt mit ihrem Studium und einer HiWi-Stelle an der Uni.

Stefanie: Wie hast du die Autor:innen gefunden? Damals gab es noch kein Internet oder Google.

Ronald: Das ist die Kunst des Redakteurs. Man hat ein Händchen dafür. Man muss gut informiert sein und gute Kontakte haben, die einem Tipps geben. Später, wenn sich die Zeitschrift etabliert hat, melden sich die Menschen von sich aus und bieten ihre Texte an. Marcus und ich ergänzten uns. Wir hatten immer genug Texte. Die ersten Ausgaben waren auch nicht besonders dick. Das erste Heft umfasste 44 Seiten. Aber die Ausgaben wurden sukzessive dicker. Jetzt sind wir mitunter bei 116 Seiten zuzüglich Umschlag.

Diese Themen sind meine Leidenschaft. Ich wusste damals bereits relativ gut Bescheid, und mit der Arbeit in der Redaktion wächst das Wissen enorm. Ich schrieb eigene Texte, und wir kannten zudem einige Menschen, die ebenfalls gute Schreiber waren. Zum Beispiel war im ersten Heft bereits ein Artikel von Armin Risi mit dabei, der mittlerweile ein bekannter Autor ist. Damals hatte er noch kein einziges Buch veröffentlicht.

Stefanie: Die Tattva trägt als Untertitel »Zeitschritt für Wissenschaft, Philosophie und spirituelle Kultur«, und du sprachst soeben bereits über die dahinterliegende Intention. Teile gerne mehr über die Grundgedanken der Tattva sowie zur Verbindung von Wissenschaft und Spiritualität mit uns.

Ronald: Ich hatte Philosophie und Germanistik studiert und war deshalb mit der wissenschaftlichen Herangehensweise vertraut. Doch damals erschien mir die akademische Wissenschaft, wie bereits kurz erwähnt, zu Elfenbeinturm-mäßig. Ich wollte dieses Wissen in die Lebenspraxis überführen, wollte Bewusstheit schaffen über das, was wir auf dem Planeten machen. Ich wollte keine abgehobene, lebensferne Forschung betreiben. So wendete ich mich nach dem Studienabbruch gänzlich von der akademischen Welt ab.

Ich lebte daraufhin für vier Jahre in einem Wohnprojekt mit alternativen Menschen zusammen, und keiner von ihnen hatte studiert. Dort stieß ich auf die Spiritualität, und zwar so gut wie gleichzeitig auf das indische Krishna-Bewusstsein sowie auf den nordamerikanischen Schamanismus. Die Kabbala hatte ich bereits an der Universität über Walter Benjamin entdeckt, meinen Lieblingsphilosophen.

Walter Benjamin

Walter Benjamin (1892-1940) war ein deutsche-jüdischer Philosoph, Kulturkritiker und Essayist. Bekannt für seine Arbeiten über Ästhetik, literarische Kritik und die Frankfurter Schule. Sein einflussreichstes Werk ist „Das Kunstwerk im Zeitalter seiner technischen Reproduzierbarkeit“. Benjamin beging auf der Flucht vor den Nazis Selbstmord.

 

Ronald Engerts Webseite zu Walter Benjamin: http://www.wbenjamin.de/

Mich interessierte die Spiritualität enorm. Ich merkte, dass es etwas in mir auslöste, dass es meine Person betraf. Ich erlebte etwas, das mich öffnete, als ob es die Antwort auf die Frage nach dem Sinn des Lebens beinhaltet. Der Kapitalismus, diese gewöhnliche Konsumgeschichte interessierte mich nicht. Die reine Revolution oder Rebellion, also die Antithese, hatte ich mit der Politik und meinem Aussteigertum umgesetzt. Doch das befriedigte mich auch nicht, weil ich darin nichts Konstruktives erkennen konnte.

In der Spiritualität fand ich einen Weg jenseits dieser beiden Möglichkeiten: eine positive, aufbauende, konstruktive Herangehensweise an das Leben und die Welt ohne den bürgerlichen Materialismus. Das berührte mich in meiner Seele und Persönlichkeit. Dennoch brachte ich den wissenschaftlichen Hintergrund mit ein, da es schon immer mein Ding war, Welten zusammenzubringen.

Spiritualität ist das, was uns einen inneren Sinn, einen inneren Antrieb für unsere Seele gibt. Aber die Wissenschaft sichert uns gegen Aberglauben, Illusionen und ideologische Konzepte ab. Es ist nicht ohne, sich in der Spiritualität oder Esoterik, in diesen mystischen Gefilden, zu bewegen, wo es um Glauben geht, wo es keine einfachen Beweise für Fragestellungen gibt, wo es nicht nur logisch wie in der Wissenschaft zugeht. Es ist wichtig, mit den Füßen auf dem Boden zu bleiben, finde ich. Um vernünftig und realistisch zu bleiben, ist die Wissenschaft ein gutes Gegengewicht.

Wissenschaft allein reicht aber nicht aus, weil sie meines Erachtens ohne die subjektive Komponente immer im Widerspruch endet und den fühlenden Menschen verloren zurücklässt.

Es verhält sich so, wie wenn du dich zudecken willst, doch die Decke ist immer zu kurz. Entweder man hat eine genaue Beweislage, in der alles 100-prozentig abgemessen, gewogen und bestimmt ist, aber für die Seele bleibt nichts mehr übrig, denn auf diese Weise wird alles maschinell, versachlicht, verdinglicht. Oder du verlässt das Feld des Faktenwissens und glaubst alles Mögliche, aber manchmal ist das Glauben und Fürwahrhalten mit der Realität nicht vereinbar, und es kann dazu führen, dass das praktische Leben nicht mehr funktioniert.

Ich bin der Meinung, dass wir aus der Synthese der beiden Anschauungen viel herausholen können, was wirklich mit Wahrheit in Verbindung steht und dem Leben und uns Menschen einen Sinn gibt und eine Erklärung bieten kann.

Wissenschaft und Spiritualität stehen manchmal im Widerspruch zueinander, sie reiben sich. Doch diese Reibung oder dieser Widerspruch tragen auch etwas Konstruktives in sich. Man wird immer wieder herausgefordert, und das ist eine Absicht der Tattva: Sie soll Offenheit schaffen und nicht geschlossene Systeme oder das Schubladendenken fördern. Sie soll den Menschen anregen, selber zu denken. Deswegen erscheinen heterogene Standpunkte in der Tattva. Das heißt, dass der eine Artikel dem anderen widerspricht. Die Beiträge sind nicht einheitlich ausgerichtet, sodass man genau gesagt bekommt, wie es geht, und man dem blind glaubt. Nein, die Menschen sollen ihr eigenes Unterscheidungsvermögen entwickeln, denken lernen, aber auch fühlen lernen, weil das ebenfalls dazugehört. Der Weg des Herzens ist ein individueller Weg. Jeder muss für sich selbst herausfinden, was für ihn oder für sie richtig ist. Es geht um Urteilsvermögen. Es geht darum, erwachsen zu werden, mündig zu werden, selbstbewusst zu werden, Verantwortung für sich zu übernehmen und Entscheidungen zu treffen – oder auch Unterschiede festzustellen. Viveka heißt Unterscheidung.

Tattva heißt demgegenüber Wahrheit. Beide Worte zusammen beschreiben die Fähigkeit, die verschiedenen Wahrheiten zu erkennen. Tattva bedeutet auch so viel wie Soheit. In ihr geht es darum, zu sehen, was tatsächlich ist, um infolgedessen einen klaren Blick zu bekommen. Heterogene Standpunkte, Widersprüche sind etwas Konstruktives, da sie die notwendige Energie in sich bergen, damit etwas Neues entstehen kann.

Wir sind noch nicht am Ende mit unserer Weisheit, glaube ich. Wenn die Menschheit bereits weise wäre, würde sie nicht so viel Mist bauen. Wir müssen weitersuchen. Wir haben die Endwahrheit noch nicht. Ich glaube, dass die Wahrheit das ist, was mit nichts im Widerspruch steht.

Solange wir noch Widersprüche haben, sind wir in unserem Verständnis noch nicht in der Wahrheit angekommen. Wir sind in mentalen Konzepten, die mehr oder weniger illusionär sind. Wir tappen im Dunkeln, wir sind in Maya, in Illusion. Wenn wir irgendwann erleuchtet sind, dann werden wir es merken.

Schloss Weissenstein
Von 1996–1998 befand sich die Tattva Viveka Redaktion auf Schloss Weissenstein in der Schwäbischen Alb.

Stefanie: Wie kann Spiritualität zu dieser Wahrheit beitragen?

Ronald: Ich glaube, dass Spiritualität zu einem beträchtlichen Teil zur Wahrheit beiträgt, weil sie sich mit essenziellen, wesentlichen Themen befasst, zum Beispiel mit dem Selbst. Was ist das Selbst? Wer bin ich selbst? Bin ich nur eine Maschine aus Biomasse? Sind es die Nerven, die aus irgendwelchen Gründen einen Nervenreiz absenden, und infolgedessen bewege ich nun meinen Fuß? Nein. Warum bewege ich meinen Fuß? Wo kommt dieser Steuerimpuls her? Der Nerv steuert den Fuß, aber wer steuert den Nerv? Wer sagt, dass der Nerv einen Reiz aussenden soll? Die Leute denken nicht zu Ende, finde ich. Es kann unmöglich alles rein materiell ablaufen. Das kann ich mir nicht vorstellen.

Die beste Erklärung für mich ist, dass wir eine Art von Bewusstsein sind, ein Selbst, und dieses Selbst ist spirituell. Es ist etwas Geistiges, demzufolge ist es nicht materiell, kausal, chemisch, elektrisch oder physisch, nichts, was gemessen oder gewogen werden kann. Es ist etwas anderes. Wir sind spirituelle Wesen, die eine menschliche Erfahrung machen. Das ist natürlich eine These, doch mit ihr lässt es sich gut arbeiten, wenn man gewisse Phänomene erklären möchte.

Ich habe jede Menge spirituelle Erfahrungen gemacht und mache sie auch immer wieder. Ich weiß, dass ein Zustand existiert, von dem ich sagen würde, dass dies meine Seele sei. Sie ist jenseits von Raum und Zeit und löst ein tiefes Gefühl der Glückseligkeit aus. Es ist außerdem eine Art von Wissen, von Gewissheit vorhanden. Ein Staunen überfällt mich, und ich erlebe Faszination sowie inneren Frieden. Es umfasst verschiedene Aspekte, zum Beispiel die Bewusstheit an sich in der Meditation oder die göttliche Liebe in der Anbetung. In diesen Augenblicken sehe ich, was wir sind. Das ist der Kern unseres Menschseins.

Meines Erachtens ist der Mensch eine Kombination aus dem Selbst aus diesem spirituellen Prinzip, und dem Körper, der aus Atomen besteht, die sich anziehen und eine komplizierte Maschinerie bilden. Ist das nicht ein Wunder? Trotzdem ist dieser Körper sterblich. Jeder muss sterben, irgendwann zerfällt der Körper. Zum Schluss, wenn die Seele den Körper verlassen hat, bleibt nur ein stinkender Brei zurück.

Die vedischen Schriften beschreiben den Unterschied von Körper und Seele, d. h. von unserem materiellen und spirituellen Anteil, minutiös. Die Seherinnen und Seher, die Erleuchteten, erkannten, dass die Seele nicht stirbt, wenn der Körper stirbt, sondern dass sie in den nächsten Körper eingeht. Das ist als die Seelenwanderung, die Reinkarnation, bekannt. Dieses spirituelle Wissen ist sehr umfangreich. Ich kann das hier nur kurz anreißen. Dieses Wissen stammt komplett aus den spirituellen Traditionen und ist gleichzeitig eine Erfahrung, die man machen kann. Deswegen finde ich, dass die Spiritualität sehr viel zur Wahrheit beitragen kann.

Tattva Viveka gibt es an Bahnhöfen und Flughäfen und im gut sortierten Buchhandel, Bezugsquellen auf der Webseite: www.tattva.de/geschaefte (für Link auf das Bild klicken)

Stefanie: Ich würde jetzt noch mal zur Tattva zurückkommen. 30 Jahre Tattva – ich kann mir vorstellen, dass in dieser Zeit nicht immer alles leicht war und es auch Höhen und Tiefen gab. Mich würde interessieren, was dich immer weitermachen ließ, auch wenn es schwere Zeiten gab.

Ronald: Zwischendrin gab es immer wieder Zeiten, in denen ich ans Aufhören dachte, aber es setzte sich nie durch. Meines Erachtens erhielt ich sehr viel Hilfe von göttlicher Seite oder vom Universum. So kommt mir das immer vor. Ich erhielt immer Unterstützung, wenn es finanziell oder von der Arbeit her eng wurde oder wenn ich eine Lösung für ein Problem brauchte. Irgendwie gab es immer Lösungen und tolle Fügungen sowie Menschen, die gerne mitgeholfen haben, erstaunlicherweise.

Ich glaube, dass Menschen gerne geholfen haben, weil es immer ein idealistisches Projekt war. Die Tattva stellte ich nie unter den kommerziellen Aspekt, denn ich interessierte mich nie dafür, ob das viel Geld einbringt oder nicht. Das war nicht meine Frage. Meine Frage war: Macht es Sinn, was ich tue? Ich wollte etwas Sinnvolles tun, das mich erfüllt und zufriedenstellt. Dieser idealistische Ansatz inspiriert Menschen, auch einmal selbstlos zu helfen. Ich erhielt Spenden, manchmal auch in Höhe von Tausenden Euro. Ich traf viele Menschen, die mir einfach halfen oder ein Problem für mich lösten.

Daneben gab es Fügungen von oben. Einmal fand ich mich in der Situation wieder, dass das Geld alle war und ich am Anfang des Monats nicht wusste, wie ich die Miete bezahlen sollte. Das war circa 2003. Ich hatte einen Großhändler, der mir die Einnahmen aus den Verkäufen an den Einzelhandel nicht ausbezahlte. Dies hatte sich auf 5.000 Euro summiert, und genau diese Summe fehlte mir. Diesbezüglich lief zwei Jahre lang ein Gerichtsverfahren. Einmal war ich wirklich am Tiefpunkt, denn das Konto war leer und ich war komplett verzweifelt. Ich betete zu Krishna (einem Namen Gottes). Ich sagte: »Krishna, du bist jetzt der Geschäftsführer, ich weiß nicht, was ich machen soll, ich weiß nicht, wie es weitergeht.« Am nächsten Tag kam ein Anruf von meiner Anwältin, und sie sagte zu mir: »Herr Engert, ich habe Ihr Geld, die 5.000 Euro. Wir haben das Konto gepfändet. Es war genug Geld auf dem Konto, um die gesamte Summe sicherzustellen.«

Oder einmal – ich lebte bereits in Berlin – war ebenfalls das Geld alle. In dem Moment rief mich eine Freundin aus dem Krishna-Bewusstsein an: »Ich habe jetzt das Buch von meinem spirituellen Meister ins Deutsche übersetzt. Ich will das Buch drucken lassen, kannst du das für mich übernehmen?« Ich antwortete ihr, dass ich es selbstverständlich übernehmen kann. Noch am selben Tag überwies sie mir die für den Druck benötigte Summe, und auf einmal hatte ich 1.200 Euro auf dem Konto. Produktion und Druck dauerten eine Weile an. Bis die Druckerei das Geld haben wollte, hatte ich den Engpass längst wieder überwunden. Das passte zeitlich genau. Solche Fügungen geschahen immer wieder, auch bei Kleinigkeiten.

Ebenfalls bemerkenswert ist, wie ich 2001 mein neues Büro fand: Ich hatte mich entschieden, umzuziehen, und suchte ein geeignetes Büro. Es gab in Bensheim ein Antiquariat in einem kleinen Häuschen neben der Post, und ich dachte mir, dass so etwas genau das Richtige wäre. Einer Eingebung folgend ging ich hinein und fragte den Betreiber, ob er zufällig vorhätte, auszuziehen. Daraufhin antwortete er: »Ja, in drei Monaten.« Ohne Aufwand hatte ich mein neues Büro gefunden. Ein wunderschönes, schnuckeliges Häuschen mit einem Hof, 45 Quadratmeter auf zwei Stockwerken, voll ausgebaut, mit naturbelassenen Holzregalen, die ich von dem Antiquariat übernehmen konnte – ideal für den Buchversand, den ich damals noch hatte, und für meine Bibliothek.

Als ich dort mit Sack und Pack einzog, kam ein Rentner vorbei, der oft auf unseren Vorträgen vom Syntropia Kulturwerk war. Er fragte, ob ich Hilfe bräuchte. Ich dachte mir, wobei soll mir dieser alte Mann bloß helfen? Ich erwiderte ihm völlig wahllos, dass ich eine neue Elektrik in diesem Büro brauche – die ich wirklich benötigte. Es stellte sich heraus, dass er Elektriker war, und folglich erneuerte er mir ehrenamtlich die gesamte Elektrik. In dem Büro in Bensheim war ich zehn Jahre lang, bis ich 2010 nach Berlin umzog.

1998–2001: Zeitungsmeldung zur Eröffnung des Syntropia-Buchladens in Darmstadt. V.l.n.r.: Marion (Versand), Ronald, Katrin (Lehrling), Berthold (Buchladen), Henry (Förderer)

Von 1998 bis 2001 unterstützte mich ein Großsponsor, der in diesem Zeitraum insgesamt 300.000 D-Mark in die Tattva sowie in die mit ihm gegründete Syntropia Kulturwerk GmbH investierte, einfach so. Das Geld wollte er nicht zurückhaben, denn er hatte viel geerbt. Gott segne ihn.

Natürlich gab es auch Krisenmomente. 2001 hatte ich ein Burnout als Folge meiner Überarbeitung, und das ging mit der Geschichte der Großspende einher. Ich wollte immer autonom sein, denn ich hatte immer den rebellischen Unterton in meinem Leben, dass ich von nichts und niemandem abhängig sein wollte. Doch infolge der Spende hatte ich das Gefühl, von dem Finanzier abhängig zu sein. Deshalb dachte ich mir, dass ich 40 Stunden für die GmbH, die wir zusammen gegründet hatten, arbeite und dann zusätzliche 40 Stunden für die Tattva, sodass die Tattva meins bleibt. Ich wollte ihm nicht verpflichtet sein, weil er es finanziert hat. Ich arbeitete somit 80 Stunden in der Woche, teilweise 100, und nach drei Jahren hatte ich einen veritablen Burn-out. Aber ich habe daraus gelernt. Ich beendete die Zusammenarbeit mit dem Sponsor, wir lösten die GmbH auf und ich zog von seinem Büro in Darmstadt nach Bensheim (s. oben). Ich fand dort dieses kleine, preiswerte Büro und fing auf kleiner Flamme wieder an.

In der Zeit des Burn-outs erschien ein Jahr lang keine Tattva, aber ich produzierte meinen Syntropia-Buchversandkatalog und meinen Syntropia-Katalog für bioenergetische Produkte. Die waren einfach zu machen, im Vergleich zur inhaltlich anspruchsvollen Tattva Viveka. So langsam erholte ich mich von der Überforderung.

Ich weiß auch nicht, aber ich machte immer weiter. Es war meine Leidenschaft. Das war der Weg des Herzens, von dem der Schamane gesprochen hatte. Ich wollte eine Zeitschrift machen. Das ist nun mein Berufsweg und mein Lebenswerk.

Im Rückblick finde ich, dass 30 Jahre eine lange Zeitspanne sind, und dabei habe ich unfassbar viel erlebt. Es ist eine sehr aufregende Arbeit, finde ich, denn man trifft die unmöglichsten Menschen, spirituelle Meister:innen, verrückte Wissenschaftler, Mystiker, Zauberer, Exoten aller Art und so nischige Menschen, die überhaupt nicht ins Mainstream-Bild passen. Zumal ist man mit einer Zeitschrift auch gern gesehen. Ab und an erhält man Backstage-Zugang oder wird zum Guru ins Privatgemach vorgelassen. Man lernt unheimlich viele Leute kennen, und alle möchten dir zeigen, was sie Tolles machen.

Tattva Viveka Büro in Bensheim
2001–2011: Das Büro in Bensheim war immer super gemütlich, auch innen. Ich nutze es heute noch als Ferienwohnung, wenn ich in der Heimat bin (die Kaltmiete ist unfassbare 60 € im Monat).

Stefanie: Worauf bist du besonders stolz in diesen 30 Jahren Tattva?

Ronald: An erster Stelle auf die Inhalte natürlich. Die Tattva ist ein einzigartiges Kompendium des menschlichen Wissens, das sich in den vergangenen 30 Jahren angesammelt hat. Ich bin stolz darauf, dass es so lange weiterging und dass es immer noch Wissenswertes gibt, mit dem man weitermachen kann.

Ich bin ebenfalls stolz darauf, dass sie sich so lange unabhängig trägt. Sie ist weder von Institutionen noch von weltanschaulichen Gruppen abhängig. Außerdem hat sie keine Schulden, und es können sogar weitere Menschen davon leben.

Zudem ist es eine saubere Arbeit, einerseits vom Ethischen her, denn es haftet ihr nichts an, was irgendwie schräg oder verwerflich ist. Andererseits ist es im wirtschaftlichen Sinne ehrenhaft, insofern es sich selbst erhält und niemandem auf der Tasche liegt. Die Tattva ist in sich ein Betrieb, der funktioniert. Man wird nicht reich damit, und ich glaube, dass dies so bleiben wird. Ich arbeite zwar daran, aber mit anderen Dingen lässt es sich leichter Geld verdienen. Doch das ist nicht mein Anliegen. Mein Anliegen ist Lebensqualität, und dass ich ethisch verantwortungsvoll handle.

Obendrein hilft es mir spirituell und schenkt mir Wissen und Anregungen. Es ist ein anregendes Leben, und ich widme mich dem, was mich leidenschaftlich interessiert.

Oft überlegte ich, was ich machen würde, wenn ich kein Geld verdienen müsste. Dann würde ich genau das Gleiche machen – nur etwas weniger.

Das Tattva Viveka Auto
Firmenwagen: Mein guter alter Passat begleitete mich von 2005 bis 2011. In Berlin wurde er dann überflüssig.
Seitdem lebe ich ohne Auto, der Umwelt zuliebe.

Stefanie: Es ist schön, wenn man das sagen kann.

Ronald: Ja, aber es kann auch eine Stressquelle sein. Ich habe mein Hobby zum Beruf gemacht, und irgendwann hatte ich kein Hobby mehr, sondern nur noch einen Beruf. Am Anfang war das so gedacht, dass ich nur noch ein Hobby und keinen Beruf mehr habe. Aber so einfach ist es nicht. Ich trage die finanzielle Verantwortung, und der Laden muss laufen. Daneben existieren die technischen Probleme, die Buchführung, Verwaltung und so weiter. Manchmal muss man sich mit den Behörden wie dem Finanzamt auseinandersetzen. Es ist ein Beruf, und somit ist es manchmal stressig.

Davon abgesehen sammelte ich viel Wissen und Erfahrung. Darauf bin ich ebenfalls stolz. In großem Maße habe ich dieses Wissen auch verinnerlicht, glaube ich. Dies war mir immer ein Anliegen, aber es ergibt sich automatisch, denn Spiritualität bedeutet auch Erfahrung. Intellektualität ist eher Kopfwissen, was nicht immer mit der eigenen Realität in Verbindung steht. Es ist abstrakt, theoretisch, aber spirituelles Wissen wiederum ist Erfahrungswissen. Man muss es erfahren und praktizieren, denn wenn man das nicht macht und nur intellektuell darüber redet, kann es einen destabilisieren, denn die Kräfte sind zu stark. Das ist jedenfalls meine These. Man kann das nicht auf die Dauer halten, denn entweder gehen die Sachen schief oder man bekommt psychische Probleme. Man sollte es ernsthaft leben und in die Erfahrung gehen. Deswegen ist Spiritualität ganzheitlich und wichtig für die Wahrheit, denn die Wahrheit ist etwas Ganzheitliches, das mit unserer Existenz zusammenhängt. Der irdische und der geistige Teil in uns bilden eine Einheit.

Tattva Viveka Büro Berlin Akazienstraße von 2011-2017
2011–2017: Das Tattva-Büro in der Akazienstraße 28 in Berlin-Schöneberg zusammen mit der SEIN-Redaktion war auch sehr schön und gemütlich.

Stefanie: Als abschließende Frage, welche sind die Pläne für die Tattva für die Zukunft? Wo soll es mit der Tattva hingehen?

Ronald: Ich hoffe, dass sie noch lange existiert, auch wenn ich sie irgendwann nicht mehr mache. Ich werde bald 63 und habe noch anderes mit meinem Leben vor. Es wäre schön, wenn es eine Nachfolge gäbe.

Des Weiteren möchte ich, dass die Tattva eine Rolle in der Veränderung der Gesellschaft spielt. Wir reden immer wieder von New Age und Neuem Zeitalter, und dass die Spiritualität immer mehr Verbreitung findet. Wir hoffen, dass die Menschheit spiritueller wird. Ob es wirklich klappt, weiß ich nicht. Die Anzeichen sprechen nicht unbedingt dafür, da wir uns wieder mit reaktionären Tendenzen konfrontiert sehen und die Menschen aufgrund von existenziellen Ängsten eher konservativer werden.

Dennoch wird es mit der Entwicklung der Menschheit weitergehen. Ich weiß nicht, ob es den Riesendurchbruch geben wird, wie wir ihn uns manchmal vorstellen oder ob es eine langsame Weiterentwicklung sein wird, in der die Menschheit friedlicher und mitfühlender wird, weniger Brutalität und Gewalt anwendet, achtsamer mit der Umwelt und mit ihren Mitmenschen und Mitgeschöpfen umgeht und sich mehr Liebe, mehr Frieden auf der Erde manifestieren.

Dafür ist die Tattva angetreten: Um einen Beitrag zur Bewusstwerdung der Menschheit zu leisten und auch um den persönlichen Lebenssinn jedes einzelnen Menschen zu unterstützen. Wir möchten einen Beitrag zu mehr Frieden, Verständigung, Verbundenheit leisten und gerade diese feineren Ebenen des Menschseins, die sogenannten soft Skills, wie Achtsamkeit, Einfühlungsvermögen, Verständnis, Gerechtigkeit, Wohlwollen, lebensrichtiges Verhalten zum Wohle aller Wesen voranbringen.

2018–2024: Das aktuelle Büro mit der Bibliothek

Wir könnten das Paradies auf diesem Planeten erschaffen, wir könnten das heute sofort einführen. Aber warum machen die Menschen es nicht? Ich führte vor Kurzem ein Interview mit dem Philosophen und Bewusstseinsforscher Prof. Dr. Thomas Metzinger. Ich fragte ihn: »Was kann die Spiritualität zur Entwicklung hier auf dem Planeten beitragen?« Er antwortete sinngemäß darauf, dass es so viel Ungerechtigkeit in der Welt, Kriege, Ausbeutung, Unterdrückung, Diskriminierung etc. gibt. Wir müssen eigentlich politisch handeln, aber wir tun es nicht. Wir schauen einfach alle zu. Und warum schauen wir zu? Das ist eine spirituelle Frage. Insofern gibt es noch sehr viel zu tun. Es war immer mein Traum, dass die Tattva dabei eine Rolle spielt.

Seit langer Zeit habe ich die Vision, dass irgendwann einmal ein spirituelles Weltparlament existiert, in dem die geistigen Führer:innen zusammenarbeiten – Menschen, die aus dem Ego-Tunnel, aus diesem egoistischen, materialistischen Konsum, den verschiedenen Varianten von Diskriminierung und so weiter ausgestiegen sind, über den Tellerrand schauen und einen höheren, weiteren Horizont im Blick haben. Menschen, die zusammenkommen und etwas zum Wohle des Ganzen unternehmen, sind für mich spirituelle Menschen.

Die Tattva sehe ich als einen Teil davon, als Sprachrohr und Verbindungsglied, in dem viele Fäden zusammenlaufen. Es beträfe außerdem die Verbindung der verschiedenen spirituellen Kulturen: Hinduismus, Buddhismus, Schamanismus, Aborigines, Christen, Juden, Muslime. Alle wären sich einig und würden sagen: ›Wir gehören alle zur gleichen Menschheitsfamilie, wir sind alle auf dem gleichen Planeten!‹ Es kann doch nicht sein, dass sich die Menschen immer noch gegenseitig die Köpfe einschlagen.

Stefanie: Spiritualität ist etwas Universelles.

Ronald: Genau. Spiritualität ist etwas, was über die Begrenzungen von Klasse, Race und Gender hinausgeht, denn es geht um mehr als diese Zuschreibungen. Es geht um das Universelle, um das, was wir alle gemeinsam haben. Wir sind alle Menschen, wir sind alle Seelen, wir suchen alle nach Glück, wir wollen alle leben, keiner will sterben oder leiden, wir wollen alle ein schönes Leben führen, wir wollen Liebe. Viele universelle Werte sind von einfacher Natur. Warum tun wir es nicht? Deswegen halten wir die Fahne für eine bestimmte Art von fundiertem Herangehen an diese essenziellen Themen hoch. Die Tattva Viveka ist die Zeitschrift für die Essenz. Und ewiges Wissen ist immer aktuell.

Das Interview führte Stefanie Aue.

Ronald Engert

Ronald Engert, geb. 1961. 1982–88 Studium der Germanistik, Romanistik und Philosophie, 1994–96 Indologie und Religionswissenschaften an der Johann Wolfgang-Goethe-Universität Frankfurt/M. 1994 Mitgründung der Zeitschrift Tattva Viveka, seit 1996 Herausgeber und Chefredakteur. 2015–23 Studium der Kulturwissenschaft an der Humboldt-Universität zu Berlin. 2023 Masterabschluss zum Thema »Mystik der Sprache«. Autor von »Gut, dass es mich gibt. Tagebuch einer Genesung« (2012) und »Der absolute Ort. Philosophie des Subjekts« (2 Bände, 2014 und 2015). Blog: www.ronaldengert.com / Zeitschrift: www.tattva.de

2 Kommentare zu „Ronald Engert – 30 Jahre Tattva Viveka“

  1. Was für eine spannende Geschichte, was für eine Reise. Ich bin der Tattva Viveka oft begegenet. Und immer habe ich sie mit Staunen und Freude gelesen. Sie war in den spirituellen Buchläden in Berlin. Sie ist immer eine Inspiration für mich. Und dann konnte ich Ron selbst kennenlernen. Und bin beeindruckt von dem großen Herzen und dem tiedfgründigen Wissen und der Offenheit. Wir brauchen solche Menschen – die das Wissen weitergeben, dass das Herz aller Religionen eins ist und wir spirituelle Wesen sind die auf dieser Erde Erfahrungen machen. Danke Ron für deine Tattva Viveka.

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