Susanne Dinkelmann

Susanne Dinkelmann – Astromedizin

Heilung mithilfe der Sterndeutung

Die physische Konstitution eines Menschen ist in seinem Horoskop abgebildet. So können körperliche Stärken und Schwächen besser verstanden werden und Hinweise auf die Ursachen von Krankheiten geben. Die Heilpraktikerin Susanne Dinkelmann zieht wertvolle Informationen aus den astrologischen Daten ihrer Patienten, um diese bestmöglich zu beraten.

»Ein Arzt, der nichts von Astrologie versteht, ist eher ein Narr zu nennen denn ein Arzt!« Dieser Spruch von Paracelsus hat mich so nachhaltig beeindruckt, dass er vom ersten Tag an – nunmehr seit fast 17 Jahren – jeden Besucher meiner Website gleich zu Beginn empfängt. Ich habe einen sehr ungewöhnlichen Beruf, ich bin Astromedizinerin. Genauer gesagt Heilpraktikerin mit Schwerpunkt Klassische Homöopathie. Zur Unterstützung für die Behandlung und Beratung meiner Patienten und der Wahl der richtigen Mittel benutze ich die Astrologie. Ich bitte vorab jeden Patienten um seine Geburtsdaten – Datum, Zeit und Ort der Geburt – erstelle sein Geburtshoroskop und erhalte daraus sehr wertvolle Hinweise, die mich bei meiner täglichen Arbeit massiv unterstützen. Meine Erfahrungen und die meiner Patienten mit der Astromedizin in der täglichen Praxisarbeit sind sehr gut.

Anhand des Horoskops kann ich die Konstitution des Menschen erkennen, der vor mir sitzt, die Ernährung, die optimal zu ihm und seinem Stoffwechsel passt, natürlich auch seine wichtigsten Lebensthemen, seine Ängste und Potentiale, aber auch systemische und epigenetische Faktoren, die seine Gesundheit beeinflussen. Wer noch tiefer in die Astrologie einsteigen möchte, erhält durch sie Aufschluss über sein Karma, seine Berufung und seinen Seelenweg und natürlich die Sinnhaftigkeit besonderer Ereignisse oder Erkrankungen. Schließlich zeigt die Astrologie auch immer, was für den Einzelnen aktuell möglich und wichtig ist. Dafür stehen verschiedene Deutungstechniken zur Verfügung, mithilfe derer das Horoskop mit dem Faktor Zeit in Bezug gesetzt wird. Ich erhalte dadurch sehr wertvolle Informationen darüber, in welcher Lebensphase der Mensch sich gerade befindet, was er gerade benötigt und zu welchen Therapien und Veränderungen sein Körper, Geist und seine Seele momentan überhaupt offen sind.

»Ich bin oft erschüttert, wie wenig die meisten Ärzte von der Konstitution, den Rhythmen, Lebenszyklen, der Epigenetik und auch dem Thema Karma wissen.«

Zugegeben: es gibt sehr fähige Ärzte, die ihr Handwerk gut verstehen. Aber um ehrlich zu sein bin ich oft erschüttert, wie wenig die meisten Ärzte von der Konstitution, den Rhythmen, Lebenszyklen, der Epigenetik und auch dem Thema Karma wissen und daher meist gar nicht nachvollziehen können, was ihre Patienten momentan wirklich brauchen, um heil zu werden. Eine spirituelle Sicht auf das Leben, den Körper und die Medizin wird an den meisten westlichen Universitäten leider nicht gelehrt und auch später an Kliniken nicht praktiziert. Gerade Deutschland ist hier sehr verschlossen. Andere Länder, beispielsweise England oder Indien, sind schon viel weiter. Hier arbeiten Ärzte und spirituelle Heiler ganz selbstverständlich miteinander zusammen, tauschen sich aus und unterstützen sich gegenseitig in ihrer Arbeit zum Wohle des Patienten, denn nur darum geht es.

Susanne Dinkelmann
Himmelsscheibe von Nebra

Astrologie damals und heute

Die Astrologie ist mindestens mehrere tausend Jahre alt. Vermutlich saßen schon die Frühmenschen nachts im Freien und beobachteten die Gestirne. Die bekanntesten historischen Nachweise der Astrologie sind zum einen die Himmelsscheibe von Nebra, die vor etwa 4.000 Jahren aus Bronze gearbeitet wurde und den Sternenhimmel abbildet, zum anderen die Weisen aus dem Morgenland, die vor 2.000 Jahren die Geburt Jesu aus den Sternenkonstellationen herauslasen. Wohl haben unsere Vorfahren noch viel mehr Zeit und Ruhe zur Beobachtung der Natur gehabt und die Fähigkeit zur Transzendenz geübt, um bestimmte Himmelskonstellationen mit Charaktereigenschaften, Körpermerkmalen oder Schicksalswegen in Verbindung zu bringen. Für sie war es selbstverständlich, dass jeder Mensch ein vorbestimmtes Schicksal hatte, dem er sich demütig fügen musste. Sie fühlten sich als Teil des Kosmos. Übertriebene Achtsamkeit, Narzissmus und Selbstbezogenheit gab es noch nicht in diesem ungesunden Ausmaß wie heute. Der Größenwahn unserer heutigen Zeit, nach dem jedem jederzeit alles möglich sein musste und jeder ein scheinbares Geburtsrecht auf Glück, Gesundheit und ein langes Leben hatte, war ihnen fremd. Sicherlich auch, weil die technischen und medizinischen Möglichkeiten in früheren Zeiten noch sehr bescheiden waren und den Menschen meist gar nichts anderes übrig blieb, als sich demütig in den Lauf der Dinge zu fügen.

»Astrologie hat in den westlichen Ländern heutzutage leider keinen guten Ruf mehr.«

Astrologie hat in den westlichen Ländern heutzutage leider keinen guten Ruf mehr. Schuld daran sind vielleicht auch die täglichen Kurzhoroskope der Tageszeitungen, die für jedes Sternzeichen einen guten Tipp haben, wie sie den Tag am besten gestalten sollen. Das wirkt nicht nur unglaubwürdig, undifferenziert und effektheischend, sondern ist es auch. Astrologische Aussagen dieser Art beziehen sich ausschließlich auf die zwölf Sonnenzeichen. Jeder kennt in der Regel seines, jeder weiß, ob er eine Waage, ein Stier oder ein Skorpion ist. Die Sonne ist sicherlich einer der zentralen Punkte in einem Geburtshoroskop – sie steht für unser Ich-Bewusstsein und unseren Auftrag in der Gruppe – aber sich rein auf sie zu beziehen und nur aus ihr Ereignisse, medizinische Aussagen oder Therapien ableiten zu können, ist unmöglich. Instinktiv spüren das die Menschen, was dann schließlich zur kompletten Ablehnung der Astrologie führt. Schade, denn sie ist ein sehr unterstützendes Instrument bei der individuellen Sinnfindung, Persönlichkeitsentwicklung und eben auch medizinischen Diagnose und Therapie.

»Die Astrologie ist ein sehr unterstützendes Instrument bei der individuellen Sinnfindung, Persönlichkeitsentwicklung und eben auch medizinischen Diagnose und Therapie.«

Die Geburt und das Horoskop

Jeder Mensch hat sein individuelles Horoskop. Sogar eineiige Zwillinge, die ja die gleichen Fingerabdrücke und die gleiche DNA besitzen, haben verschiedene Horoskope, denn es ist medizinisch unmöglich, dass sie exakt zum gleichen Zeitpunkt geboren werden. Als Geburtszeit nimmt man immer den Moment, in dem der Körper des ganzen Kindes vollständig geboren ist. Ob es ein geplanter Kaiserschnitt, eine eingeleitete Geburt oder eine Frühgeburt war, spielt keine Rolle. Ebenso ist der Zeitpunkt des ersten Atemzugs, des Abnabelns oder der Geburt der Plazenta unwichtig für das Erstellen eines Horoskops. Ein paarmal im Jahr arbeite ich auch als zertifizierte Doula – als Geburtsbegleiterin – und unterstütze Gebärende bei ihrem Geburtsprozess, sei es in der Klinik, daheim oder im Geburtshaus. So durfte ich mittlerweile bei vielen Geburten dabei sein und spüre dabei immer ganz bewusst dem Geburtsmoment nach, in dem ja das individuelle Horoskop dieses neuen Menschen entsteht. Und jedes Mal ist die plötzliche Präsenz des Kindes, das geboren wird, beim Austritt des kompletten Körpers aus dem Mutterleib überwältigend spürbar. Interessanterweise zeigt dabei der Aszendent die Art und Weise, wie sich das Kind seinen Weg in die Welt bahnt. Stieraszendenten sind oft Beckenendlagen oder schwierige vaginale Geburten, weil die Kinder es nicht schaffen, den Kopf zu beugen, um geschmeidig durch den Geburtskanal zu gleiten. Menschen mit einem Stieraszendent neigen auch oft zu Bequemlichkeit und Halsstarrigkeit. Findet die Geburt unter einem Feueraszendent statt, also Schütze, Widder oder Löwe, dann verläuft sie stürmisch und schnell, oft ohne Rücksicht auf die Mutter. Auch später fackeln diese Menschen nicht lange bei dem was sie tun. Geburten unter einem Wasseraszendenten ziehen sich meist sehr lange, es herrscht sehr großer emotionaler Druck und besonders Skorpionaszendenten erfahren schon im Geburtsmoment existentielle Not und die Präsenz des Todes. Bei den Luftaszendenten Zwilling, Waage und Wassermann herrscht oft heitere, lichte, etwas unpersönliche, vielleicht sehr technisierte Atmosphäre. Diese Menschen werden immer einen eher distanzierten, sehr intellektuellen Zugang zum Leben haben.

Ein göttlicher Plan

Aber prägt wirklich der Geburtszeitpunkt so sehr den Charakter, Körper und das Schicksal eines Menschen? Haben die  Himmelskörper, ja sogar errechnete Punkte wie der Aszendent oder die Lilith tatsächlich so einen Einfluss auf uns? Viele Menschen tun sich schwer mit diesen Behauptungen. Um zu verstehen, wie Astrologie funktioniert, ist es essentiell, dass wir einen Fakt akzeptieren: wir sind reiner Geist, der zu exakt dem Zeitpunkt in die Welt geboren wird, der energetisch perfekt zu ihm und seinem Karma passt. Der Ursprung des Lebens ist ein geistiger. Wir werden nicht zufällig zu einer bestimmten Zeit in eine bestimmte Familie geboren. Es gibt einen Plan, der schon lange vor unserer Geburt, wahrscheinlich auch lange vor unserer Zeugung »wusste«, dass zu einem Zeitpunkt XY ein derart beschaffener Mensch geboren werden wird. Wie komme ich zu dieser Behauptung? Allein durch Beobachtung. Anhand des Horoskops kann man nämlich auch die äußere Erscheinung erkennen, die ja eigentlich bereits vom Moment der Zeugung genetisch festgelegt ist. Wird der Mensch groß oder klein sein? Stabil oder Zart? Wird er kräftige Muskeln, Haare und Zähne haben? Oder wird er eher fein gebaut sein, mit empfindlicher Haut, dünnem Haar, schmalen Gesichtszügen?

Es gibt also eine Macht, die schon vor der Geburt eines Menschen weiß, welche körperlichen Merkmale er einst haben wird und die ihn zu dem Zeitpunkt auf die Welt bringt, der diese Merkmale exakt widerspiegelt. Wenn das für Äußerlichkeiten so gilt, muss es doch selbstverständlich auch für innere Beschaffenheit gelten. Ist das nicht unglaublich? Die Astrologie beweist: unsere Welt basiert nicht auf Zufall, sondern auf einem göttlichen Plan. Der Geburtsmoment mit seiner energetischen Beschaffenheit steht in perfekter Resonanz zu unserem Seelenplan. Nicht die Planeten prägen uns, sie sind nur Teil einer energetischen Komposition, die speziell für uns geschrieben wurde und alle Informationen enthält, die unser Geist braucht, um sich auf materieller und feinstofflicher Ebene zu entfalten. Diese individuelle Komposition, die im Geburtsmoment wie ein einziger Akkord zu klingen scheint, zieht sich im Laufe unseres Lebens zu einem mehr oder weniger langen Musikstück auseinander. Es gibt Stücke, die sind harmonisch und fließend, andere disharmonisch, voller Brüche und Kanten. Manche gleichen einem Liebeslied, andere klingen eher wie Hardrock oder experimentelle Musik. Manche haben Überlänge, andere dauern nur sehr kurz. Keines gleicht dem anderen. Dass daraus die unterschiedlichsten Lebensläufe und Schicksale entstehen, ist nur eine logische Folge.

Susanne Dinkelmann

Und natürlich entstehen daraus auch die unterschiedlichsten äußeren Formen und Beschaffenheiten. Materie ist die niedrigste Frequenz von Energie. Viel Erde im Horoskop zeigt sich also auch körperlich, zum Beispiel durch einen festen Körperbau, hagere Gesichtszüge und die Neigung zu verfestigenden, erstarrenden Prozessen, wie Arteriosklerose. Überwiegt das Wasserelement, dann sieht man auch das dem Menschen an, der weiches, schwammiges Gewebe und Züge haben wird und dessen Organe immer dazu neigen, Wasser einzulagern. Es kann mit dieser Veranlagung zum Beispiel ein Lymphödem entstehen, aber auch ein Überschuss an weiblichen Hormonen. Schon Paracelsus erkannte, dass jedes Tierkreiszeichen und jeder Himmelskörper energetisch mit bestimmten Organsystemen in Resonanz steht. Erkennt man zum Beispiel im Horoskop, dass der Mensch Schwierigkeiten mit den Themen Verschmelzung und Kontrolle hat, dann wird sich das immer auch in irgendeiner Form organisch im Unterleib zeigen, vielleicht über Impotenz, Sterilität, Infektionen oder die Neigung zu Fehlgeburten.

Beziehungsthemen zeigen sich nicht selten über die Haut. Neurodermitis ist ein körperlicher Ausdruck für eine starke Ambivalenz bei dem Thema Nähe. Oft zu erkennen an herausfordernden Konstellationen am Deszendent, dem Punkt im Horoskop, der für unsere Erfahrungen und unbewusste Erwartung mit dem Thema Beziehung steht. Und man kann im Horoskop auch die Veranlagung zu sehr destruktiven Erkrankungen wie Krebs erkennen. Zum Glück ist es immer nur eine Tendenz, eine Möglichkeit, die auf körperlicher Ebene entstehen kann. Viel zum Gesundbleiben trägt das Bemühen bei, sich das dahinter liegende geistige Thema bewusst zu machen und zu klären. Wir Menschen werden eben nicht als weiße, unbeschriebene Blätter geboren. Jedes Neugeborene  bringt einen Haufen Themen mit, mit denen es peu à peu im Laufe seines Lebens konfrontiert wird. Manche muss es hinnehmen – wie die äußere Erscheinung – bei manchen wird es Gestaltungsmöglichkeiten haben. Manchmal wird mir das Schicksal einen Ball zuwerfen. Fange ich ihn auf, lasse ich ihn fallen oder ducke ich mich womöglich weg? Sehe ich meine Erkrankung als Strafe, als unabänderlichen Fakt oder als Herausforderung für Bewusstwerdung und Transformation?

Die Miasmen in der Astrologie

Samuel Hahnemann, der Begründer der Homöopathie, beschrieb als erster sehr treffend die vier Hauptmiasmen der Menschen. Mittlerweile sind noch ein paar andere, wie das karzinogene hinzugekommen. Ein Miasma ist die grundlegende Reaktionsweise eines Organismus und seine Bereitschaft zu bestimmten Erkrankungen. Miasmen entstehen durch schwere Erkrankungen, zum Beispiel Syphilis oder Tuberkulose, sowohl wenn wir selbst diese Krankheiten erlitten haben, als auch Generationen vor uns unsere Vorfahren. Miasmen werden auch vererbt, das heißt es sind epigenetische und systemische Phänomene. Und nicht nur das: Miasmen spiegeln auch geistig-seelische Themen wider, die sich wie rote Fäden durch unsere Leben und oft auch die unserer Sippe und Vorfahren ziehen und erlöst werden wollen. Vor allem die Mondknotenachse ist das Symbol für das Miasma, das im Vordergrund steht. Sie entsteht durch die zwei scheinbaren Schnittpunkte der Sonnen- und der Mondbahn um die Erde. In der Mondknotenachse verbinden sich unsere Vergangenheit und unsere Zukunft. Sie zeigt an, wo wir herkommen, welches Karma wir mitbringen und was unsere Seele in dieser Inkarnation erfahren möchte, um ihrer Erlösung näher zu kommen.

»Die Mondknotenachse ist das Symbol für das Miasma, das im Vordergrund steht.«

Es gibt die Psora, bei der das Gefühl von Mangel und Schwäche vorherrscht. Häufig kommt es auch auf körperlicher Ebene zu Mangelzuständen. Die Erlösung liegt in der Erkenntnis von unbegrenzter Fülle und Möglichkeiten. Astrologisch entspricht die Psora dem Element Erde. Das sykotische Miasma dagegen bringt ein Zuviel auf allen Ebenen hervor und erzeugt sehr viel Schwere. Adipositas, Diabetes, Lymphödem und viele andere körperliche Erkrankungen sind ein Spiegel der inneren Thematik, bei der es letztlich um Reinigen und Loslassen geht. Das Element Wasser soll gemeistert werden. Das syphilitische Miasma ist sehr zerstörerisch. Fehlgeburten, Missbildungen, Süchte oder Aneurysmen sind nur einige der potentiell tödlichen Erkrankungen. Die Lebenswege, die auf dem Boden dieses Miasmas entstehen, wimmeln von Gewalt, Beziehungsdramen und Traumatisierungen. Hier ist der Mensch dazu aufgerufen, sich bewusst gegen das Dunkel und für das Licht zu entscheiden. Im Horoskop wird eine deutliche Feuerbetonung zu erkennen sein. Das tuberculine Miasma erzeugt Unruhe und Distanz. Vor allem das Nervensystem, die Haut und die Atemwege sind im Fokus. Lebensläufe sind voller Abbrüche, Sprünge und Fluchten. Die Erkenntnis liegt im bewussten Ankommen und Entscheiden. Hier lehrt das Luftelement die Seele ihre Lebensaufgabe.

Barbara Elisabeth Meisner: »Mond (Anima)« aus dem 6-teiligen Werk »cosmic swimmer«,Ölfarbe, Glimmer auf Leinwand, je 80 x 120 cm, 2023

Erkennt man als Therapeut oder in seinem eigenen Horoskop die Mondknotenachse und das dahinter liegende Miasma, hat man einen unendlich wertvollen Schlüssel für Heilung erlangt. Man ist am Kern der Persönlichkeit angekommen, versteht die eigenen Wege oder die des Patienten unendlich viel besser und kann den Lebensweg sehr viel bewusster gestalten und begleiten. Eine Ausnahme bildet das karzinogene Miasma, das leider die Entstehung von bösartigen Krankheiten und Tumoren begünstigt und nicht an der Mondknotenachse, sondern vor allem an schwierigen Aspekten zu persönlichen Planeten wie Sonne oder Mond zu erkennen ist. Wo viele Stunden Therapie, Diagnostik und Kennenlernen nötig sind, um vielleicht den spirituellen Ursprung allen Leids erahnen zu können, genügt dem geschulten Astromediziner ein intensiver Blick ins Horoskop.

Zeitliche Aspekte

Die Astrologie bietet dem Therapeuten also nicht nur die Möglichkeit, weit hinter die geistigen Kulissen zu blicken, die der Patient je nach seinem Bewusstseinszustand offenbaren mag oder kann, sondern es zeigt ihm auch, welche Themen gerade angegangen werden können und wo man sich die Mühe tatsächlich sparen kann und nur maximal palliativ, aber nicht heilend arbeiten kann. Astrologie lehrt, auf den richtigen Zeitpunkt zu warten und dann gezielt und effizient zu (be-)handeln. Es gibt verschiedene Techniken, ein Horoskop mit der Aktualität in Bezug zu setzen. Dadurch erfährt man, welche geistigen Lern- und Wandlungsprozesse gerade ablaufen und auch, warum sich bestimmte Symptome gerade zeigen. Nur dort stehen gerade Zeitfenster offen, in denen echte Heilung geschehen kann. Weiß der Therapeut das, kann er sehr gezielt behandeln, den Raum für Heilung öffnen und sich sicher sein, dass der Organismus des Patienten reif dazu ist, diese Heilinformation auch umsetzen zu können. Diese Zeitfenster können sich auch wieder schließen, dann ist eine wertvolle Chance fürs Erste vorbei. Ich setze meine Patienten ungern unter Druck, aber manchmal braucht es den dezenten Hinweis auf diese spirituellen Zusammenhänge, damit ein Mensch endlich bereit zu Bewusstseinsarbeit und Transformation ist und vor seinen Themen nicht immer davonläuft. Auch für die eigene Biographiearbeit ist ein Horoskop ein unschätzbar wertvolles Instrument. Sehe ich, welche astrologischen Konstellationen zu einem x-beliebigen Zeitpunkt in der Vergangenheit herrschten, erschließt sich mir die Sinnhaftigkeit besonderer Ereignisse, Erkrankungen oder Schicksalsschläge auf ganz neue Weise.

»Was für Angehörige mit Trauer verbunden ist, zeigt sich im Horoskop des Verstorbenen immer als absolut positives Ereignis.«

Letztlich auch der Tod erfährt durch die Beschäftigung mit der Astrologie eine völlig neue Bewertung. Von der Schulmedizin zum größten Feind erklärt fristet er ein Schattendasein in unserer Gesellschaft. Stirbt ein Patient, ist das für die behandelnden Ärzte fast eine Beleidigung. Studiert man aber den Todeszeitpunkt im Horoskop eines Verstorbenen, stellt man fest, dass es nahezu immer ein Befreiungsprozess war. Unsere alterslose Seele macht sich frei von Krankheit, irdischem Leid, materiellen Begrenzungen und Einschränkungen, löst sich vom Körper und zieht weiter. Was für Angehörige mit Trauer verbunden ist, zeigt sich im Horoskop des Verstorbenen immer als absolut positives Ereignis. Diese Feststellung hat bei mir viel dazu beigetragen, den natürlichen Tod als großes Geschenk zu sehen. Eine Ausnahme ist allerdings ein gewaltsamer Tod, der karmische Hintergründe hat, aber Ausführungen darüber würden hier wohl den Rahmen sprengen.

Es ist für mich immer eine sehr besondere Aufgabe, Todkranke und Sterbende zu begleiten. Manchmal sind es langjährige Patienten, die mich selbst darum bitten, manchmal kommen die Angehörigen auf mich zu, die meine Art zu arbeiten kennen. Ich verstehe den Tod nicht als Scheitern meiner Bemühungen, sondern als natürlichen Teil des Wandlungsprozesses unserer Seele. Zu Beginn unseres Lebens dominiert der Mond mit seiner Stellung im Horoskop unsere Existenz. Er zeigt unsere kindlichen und körperlichen Grundbedürfnisse an, was wir brauchen, um uns wohl zu fühlen und zu gedeihen. Bei der Beratung von frischgebackenen Eltern ist der kindliche Mond extrem wichtig. Durch ihn können die Eltern ihr Kind und seine Reaktionen viel besser verstehen. Im Laufe des Lebens tritt der Mond dann immer mehr in den Hintergrund und wird oft überdeckt von anderen Faktoren. Schule, Berufs- und Partnerwahl, Familiengründung, Lernprozesse, Existenz: die Themen spalten sich auf, werden komplexer. Auch saturnische, uranische, plutonische Themen und viele andere mehr wollen in unserem Leben integriert werden. Am Lebensende zieht sich die Seele wieder zurück und reduziert sich auf das Wesentliche. Der Mond ist beim Sterbenden ein mindestens ebenso wertvoller Anzeiger wie beim Neugeborenen. Wir sind Wesen mit individuellen Bedürfnissen, nicht nur im Leben, sondern auch im Sterben. Mit astrologischer Unterstützung ein geeignetes homöopathisches Mittel zu wählen oder das persönliche Umfeld so zu gestalten, dass das Sich-Fallenlassen leichter fällt, erweist der Seele im Sterbeprozess unschätzbare Dienste.

Raum für Heilung

Ich bin in einer Familie aufgewachsen, in der Alternativmedizin selbstverständlich war. Meine Großeltern und meine Mutter waren allesamt Heilpraktiker in einer Gemeinschaftspraxis, die sich auf Phytotherapie, Blut- und Harndiagnostik spezialisiert hatte. Meine Großeltern waren sehr offen für Spiritualität und ich verschlang schon als Kind ihre Bücher über Mythologien, magische Medizin, Lehre der Temperamente und Physiognomie. Meine Großmutter war Meisterin darin, allein aus der Anzahl, Farbe, Beschaffenheit und Größe von Blutkörperchen Rückschlüsse auf Charakter und Lebenslauf ihrer Patienten zu ziehen, Diagnosen zu stellen und Therapien zu empfehlen. Mit 22 Jahren kam ich schließlich nahezu zeitgleich mit der Astrologie und der klassischen Homöopathie in Berührung. Beides faszinierte mich vom ersten Moment und ich begann parallele Studien. Das Mittel, das mir eindeutig die therapeutischen Chancen, die in einer Verschmelzung der beiden Wissenschaften lagen, nahebrachte, war Pulsatilla, die Küchenschelle. Vergleicht man das homöopathische Arzneimittelbild dieser Pflanze mit den astrologischen Themen des Mondes, fallen verblüffende Ähnlichkeiten auf. Emotional, nah am Wasser gebaut, empathisch, feminin, heimatverbunden, kinder- und tierlieb, familiär: das gilt für Menschen, denen die Heilinformation der Pflanze Pulsatilla gut tut und deren Mond im Horoskop betont ist. Geht man einen Schritt weiter, entdeckt man auch Übereinstimmungen in der Pathologie. Dazu zählen unter anderem Lymphstau, Ängste, Harmoniesucht, Co-Abhängigkeit, Menstruationsstörungen, Schüchternheit.

Susanne Dinkelmann
Barbara Elisabeth Meisner: Inneres Licht (6 Varianten), Ölfarbe, irisierende Goldfarbe auf Leinwand, je 50 x 60 cm, 2023

Das homöopathische Mittel Pulsatilla war anscheinend dazu in der Lage, körperliche, geistige und seelische Störungen, die von einer nicht ausbalancierten Mondenergie herrührten, zu heilen und vor allem auch dem Menschen den spirituellen Auftrag, der hinter dieser astrologischen Konstellation stand, nahezubringen. Pulsatilla stärkt den Menschen, lässt ihn reifen und unabhängig werden, steigert gleichzeitig seine Sensibilität und Güte. Das ist auch eine der wichtigsten spirituellen Lernaufgaben eines starken Mondes im Horoskop. Von dem Moment an ließ mich das Thema Astromedizin nicht mehr los und seit vielen Jahren liegt es mir sehr am Herzen, den Menschen zumindest astromedizinische Grundkenntnisse zu vermitteln. So kann schließlich jeder schneller verstehen, was er braucht, damit es ihm gut geht. So können Therapeuten ihren Patienten bessere und maßgeschneiderte Therapien anbieten, die sie exakt an dem Punkt abholen, an dem sie sind und ihnen auch Verständnis für die spirituellen Hintergründe und Sinnhaftigkeit von Symptomen liefern. Alleine die Kenntnis über den Aszendenten und das Mondzeichen verschafft dem Therapeuten in kürzester Zeit einen Einblick in die körperlich-seelische-geistige Struktur seines Patienten, seine Bedürfnisse und seine Art, auf Therapien zu reagieren.

Die wenigsten von uns sind Hellseher. Meine Sinne können mich täuschen, auch ich habe blinde Flecken. Steht ein fremder Mensch vor mir, weiß ich nicht, wer er ist, woher er kommt und wohin sein Weg ihn führen soll. Die Astrologie ist uns hier stets eine neutrale, unbestechliche Überbringerin der Realität. Wie eine Uhr zeigt sie uns exakt die Wahrheit. Natürlich ist diese manchmal bitter und nicht selten muss ich Nachrichten überbringen, die der Mensch vor mir so nicht hören möchte. Aber die Beschäftigung mit der Wahrheit ist auch heilsam. Astrologie und die Astromedizin können Leid, Krankheit und Tod nicht verhindern. Aber ich kann mit ihrer Unterstützung den Menschen auf seinem Lebensweg begleiten, ihn beraten und helfen, schneller und leichter notwendige Erfahrungen zu machen und Erkenntnisse über sich und seinen Seelenplan zu gewinnen. Wenn wir uns bewusst unseren spirituellen Aufgaben stellen, tritt unser Ego einen Schritt zurück und wir verbinden uns wieder mit der Schöpfung. Es kann wieder Sinnhaftigkeit entstehen, selbst aus Krankheit, Leid und Tod und schließlich auch der Raum für Heilung.

Susanne Dinkelmann

Zur Autorin:

Susanne Dinkelmann wuchs in einer alternativmedizinischen Familie auf und entdeckte schon früh den spirituellen Weg für sich. Sie arbeitet als Heilpraktikerin, Homöopathin und Astromedizinerin in ihrer Praxis in München. Schon 2013 erschien das Buch »Die Homöopathie des Mondes«, das sich zum Klassiker für Astromedizin entwickelte. Seit Jahrzehnten engagiert sie sich für die Einbindung von Astrologie in die Medizin, veröffentlicht regelmäßig Beiträge und bietet astrologische und astromedizinische Ausbildungen für Laien und Therapeuten an.

naturheilpraxis-dinkelmann.de

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