Ewiger Frieden durch Transzendenz

Ewiger Frieden durch Transzendenz

Bhagavad-gita, Walter Benjamin, Zwölf-Schritte-Programm

Autor: Ronald Engert

Die moralische Forderung nach Frieden bei gleichzeitiger Ablehnung des Krieges ist aus Sicht der Transzendenz unzureichend, denn es besteht die Gefahr, mit einer solchen Forderung partikularen Interessen bestimmter Gruppen zu dienen. In diesem Falle wäre die Forderung nach Frieden für einige eine Form der Gewalt gegen andere. Wie es sich aus der absoluten Sicht einer spirituell befreiten Perspektive darstellt und was die ewigen Prinzipien sein könnten, versucht dieser Beitrag zu klären.

Frieden ist ein Zustand, den alle Menschen erstreben und der auch höchst wünschenswert für die Menschheit ist. Allein, er ist nicht immer möglich, wie man an der Geschichte sieht, die immer schon eine Geschichte der Kriege ist.

Es stellt sich also nicht nur die Frage, was Frieden ist und wie man ihn erreicht, sondern auch, was Krieg ist und wie man damit umgeht und wie Frieden und Krieg möglicherweise einander bedingen. Und vor allen Dingen geht es um die Frage, wie wir einen endgültigen Frieden erreichen können, der nicht nur eine moralische Forderung innerhalb einer ungerechten und zerstrittenen Welt ist und bestenfalls zu einem Behelfsfrieden führt, der voraussehbar früher oder später wieder von einem Krieg abgelöst wird, weil das grundsätzliche Problem nicht gelöst wurde.

Das Wissen der Veden

In den heiligen Schriften des alten Indien gibt es dazu essenzielle Informationen. Besonders in der Bhagavad-gita erfahren wir viel darüber, denn hier geht es um Krieg und Frieden. Folgendermaßen ist die Geschichte der Bhagavad-gita:

Im alten Indien vor 5000 Jahren gab es zwei Königsgeschlechter, die Pandavas und die Kauravas, die miteinander verwandt waren und ursprünglich in Frieden und Freundschaft miteinander lebten. Während die Pandavas sehr religiöse Menschen waren, die ein tugendhaftes Leben führten, hatten sich die Kauravas im Laufe der Zeit auf Abwege begeben und lebten von Betrug, Raub, Erpressung und Schlimmerem, um ihre Macht zu halten und zu vergrößern. Man könnte sagen, es ist das typische Modell aller Mythen: der Kampf zwischen dem Guten und dem Bösen.

Eine Episode erzählt zum Beispiel, wie die Pandavas in einem Würfelspiel von den Kauravas betrogen wurden und dadurch ihr Königreich verloren. Auch versuchten die Kauravas, die Pandavas zu töten, indem sie sie einluden, in einem Palast aus Schellack zu leben, und diesen dann in Brand setzten. Auf diese Weise gab es ständige Krisen, und die Pandavas versuchten, diese Probleme auf friedlichem Weg zu lösen. Allerdings kam es irgendwann trotz aller Bemühungen unvermeidlich zu einem kriegerischen Konflikt.

Die Pandavas waren fünf Brüder. Sie waren eng mit Krishna befreundet, der in einem benachbarten Königreich regierte. Insbesondere für Arjuna, einen der Pandava-Brüder, war Krishna ein enger Vertrauter. Krishna wiederum gilt in der indischen Überlieferung als Inkarnation Gottes, die in dieser Zeit auf der Erde erschienen war, um sie von der großen Last dämonischer Menschen zu erleichtern. Für die Menschen damals war er eine herausragende Persönlichkeit.

Als der Krieg nicht mehr zu vermeiden war und auch die diplomatischen Bemühungen Krishnas keine Früchte trugen, bot Krishna den beiden Kontrahenten gleichermaßen seine Hilfe an. Er war nicht parteiisch, sondern lebte das Dharma, das heilige Gesetz der Religion, der ewigen und wahren Prinzipien der Gerechtigkeit und transzendentalen Sicht. Deshalb bevorzugte er keine Partei und sagte zu Arjuna und dem Vertreter der Kauravas, Duryodana, Folgendes: »Ich werde in eurem Krieg nicht kämpfen, aber die eine Partei bekommt mich als Unterstützung und die andere Partei bekommt meine ganzen Streitkräfte zur Unterstützung. Wählt nun aus.« Duryodana drängte sich sofort vor und wählte das Heer, denn er sagte sich: »Wozu ist Krishna nutze, wenn er nicht kämpft? Ich werde das Heer nehmen, denn dann habe ich eine viel größere Streitmacht.« Arjuna wiederum war sich sofort darüber klar, dass er Krishna nehmen würde, auch wenn dieser nicht kämpfen würde, weil Krishna sein Vertrauter und ein sehr weiser und erfolgreicher Führer war. Arjuna hatte vollstes Vertrauen in Krishnas Unterstützung.

Es kam zum Tage der Schlacht bei Kuruksetra, einem legendären Ereignis, das auch historisch belegt ist. Die Heere standen sich auf dem Schlachtfeld gegenüber, und Arjuna bat Krishna, der ihn als Wagenlenker seines Streitwagens unterstützte, in die Mitte des Schlachtfeldes zu fahren, um zu sehen, wie die gegnerischen Reihen aufgestellt sind. Arjuna sah dann auf der Gegenseite »seine Väter, Großväter, Lehrer, Onkel mütterlicherseits, Brüder, Söhne, Enkel, Freunde und auch seine Schwiegerväter und seine Gönner« (Bg. 1.26). Als er dies sah, wurde er von Mitleid überwältigt und sprach die folgenden Worte:

»Mein lieber Krishna, beim Anblick meiner Freunde und Verwandten, die mit solcher Kampfbegierde vor mir stehen, beginne ich am ganzen Körper zu zittern, und mein Mund trocknet aus. Mein ganzer Körper zittert, und meine Haare sträuben sich. Mein Bogen Gandhiva gleitet mir aus der Hand, und meine Haut brennt. Ich bin nicht imstande, hier noch länger stehenzubleiben. Mein Geist ist verwirrt, und mir schwindelt. Ich sehe nur Unheil drohen, oh Krishna, Töter des Dämons Keshi. Ich sehe nicht, wie etwas Gutes entstehen kann, wenn ich in dieser Schlacht meine eigenen Verwandten töte; mein lieber Krishna, ebenso wenig begehre ich die Folgen dieses Tötens, wie Sieg, Besitz des Königreichs oder Glück.« (Bg. 1.28–31)

Arjuna auf seinem Streitwagen mit Krishna als Wagenlenker

Wir sehen hier die klassische Situation eines Menschen, der ein gutes Herz hat und niemandem etwas zuleide tun möchte. Lieber möchte er darauf verzichten, zu siegen oder das Königreich zu erhalten. Selbst auf sein eigenes Glück möchte er verzichten. Ihm schwindelt, und er zittert, er wird schwach und verliert die Orientierung. Er fürchtet, dass er eine Sünde begeht, wenn er seine Freunde tötet. Auch wenn diese Männer auf der gegnerischen Seite von Gier überwältigt seien und vielleicht deshalb den Fehler begehen würden, ihre eigene Familie zu töten, sei das noch lange kein Grund, dass er selbst auch eine solche Sünde begehe. Die Familiendynastie würde vernichtet werden und der Rest der Familie in der Irreligion versinken. Das wäre der Anfang eines unmoralischen, verdorbenen Lebens, in dem die gute Tradition, die Achtung vor den Ahnen und die Pflichten für die Gesellschaft dem Zerfall anheimgegeben wären. Schließlich würden alle in der Hölle landen, bloß weil sie den Wunsch hätten, königliches Glück zu genießen. Er fände es besser, auf dem Schlachtfeld zu sterben, ohne Widerstand zu leisten (vgl. Bg. 1-32–45).

»Nachdem Arjuna auf dem Schlachtfeld diese Worte gesprochen hatte, warf er seinen Bogen und seine Pfeile zur Seite und setzte sich, von Schmerz überwältigt, auf dem Streitwagen nieder.« (Bg. 1.46)

Dies ist das erste Kapitel der Bhagavad-gita, das mit der Überschrift »vishada yoga«, der »Yoga der Verzweiflung«, versehen ist. Arjuna ist verzweifelt. Alle seine ethischen Grundsätze werden hier auf die Probe gestellt. Er sieht nur die Alternative, entweder eine Sünde zu begehen oder sich freiwillig töten zu lassen. In dieser ausweglosen Situation beginnt die Weisheit der Bhagavad-gita, die nun von Sri Krishna gesprochen wird. Die Bhagavad-gita ist das Gespräch (gita) Krishnas, der als Bhagavan (Bhagavad), als Höchste Persönlichkeit Gottes, in der Bhagavad-gita angesprochen wird. Arjuna ist verzweifelt und bittet Krishna nun, ihn zu unterweisen. Die folgenden Kapitel 2 bis 18, von denen jedes eine eigene Form von Yoga erklärt, gehen um die Frage, wie sich Arjuna verhalten soll.

Das erste Kapitel erklärt also zunächst die Situation und beschreibt die erste notwendige Wahrheit, um zu einer Lösung zu kommen: Arjuna muss sich seine Verzweiflung und Hilflosigkeit eingestehen. Dies ist der erste Yoga!

Das Zwölf-Schritte-Programm

Im Zwölf-Schritte-Programm, das auf die Anonymen Alkoholiker zurückgeht und eine spirituelle Methode ist, Menschen von einer schweren Suchterkrankung zu heilen, ist der erste Schritt dieser zwölf Schritte die Kapitulation. Dieser erste Schritt der Kapitulation im Zwölf-Schritte-Programm ist gleichbedeutend mit dem Yoga der Verzweiflung in der Bhagavad-gita.

»Wir gaben zu, dass wir der Sucht gegenüber machtlos waren und unser Leben nicht mehr meistern konnten.« (1. Schritt)

»Solange es Sieger und Verlierer gibt, wird es auch Krieg geben.«

Diese Kapitulation ist essenziell. Es geht nicht darum, in einer Auseinandersetzung, einem Kampf oder letztlich einem Krieg zu gewinnen. Schon dieser Mindset von Gewinnen-Verlieren ist ein Urkeim für den mythischen Kreislauf von Krieg und Frieden. Solange es Sieger und Verlierer gibt, wird es auch Krieg geben. Der Krieg ist erst zu Ende, wenn eine Seite gesiegt hat. Dann beginnt der Friede. Der Friede ist also das notwendige Gegenstück zum Krieg (dazu später mehr).

Der erste Schritt, um aus dem mythischen Bannkreis von Sieg und Niederlage auszutreten, ist deshalb die Kapitulation. Wir geben zu, dass wir machtlos sind. Wir geben zu, dass unser Geist verwirrt ist und wir keinen klaren Blick haben. Wir geben zu, dass wir nicht erleuchtet, sondern in Täuschung sind. Dies ist die erste essenzielle Voraussetzung, um eine neue Geschichte in Gang zu setzen, die nicht mehr eine Geschichte von Sieg und Niederlage oder Gewinn und Verlust ist.

Wenn wir zugeben, dass wir es nicht meistern können, entsteht ein Vakuum. Es entsteht ein Zustand des Nichtwissens, der uns für eine neue Möglichkeit öffnet, die nicht in unserem bisherigen Vorstellungsvermögen liegt. Wir öffnen uns für eine höhere Macht, die unsere geistige Gesundheit wiederherstellen kann. Das ist der zweite Schritt im Zwölf-Schritte-Programm.

»Das deutsche Wort ›Kapitulation‹ ist für viele Menschen schwer zu ertragen.«

Das deutsche Wort ›Kapitulation‹ ist für viele Menschen schwer zu ertragen. Es ist schmerzhaft und schwierig. Man will das nicht hören. Es schwingt darin eine Qualität der Demütigung mit, die Scham in uns auslöst. Aber diese vermeintliche Demütigung resultiert aus unserem Ego, das jede Niederlage als Kränkung erlebt. Man möchte nicht verlieren. Man möchte nicht nachgeben. Das ist, was wir überall in der Welt sehen. Einer tut vermeintlich etwas Böses, und der andere übt Vergeltung: »Du hast mich geschubst, jetzt schubse ich dich auch, aber richtig.« Das ist so kindisch und wird niemals zum Frieden führen.

Im Englischen steht für ›Kapitulation‹ das Wort ›surrender‹. Das hört sich besser an und ist für uns Deutschsprachige als Wort nicht so sehr mit negativen Bedeutungen belastet. ›Surrender‹ bedeutet auch ›Hingabe‹, und Hingabe ist auch ein Yoga. In der Bhagavad-gita heißt er ›Bhakti-Yoga‹. Bhakti bedeutet Liebe oder Hingabe. Es geht hier um die Liebe und Hingabe zu Gott, nicht zu Menschen. Diese Hingabe erwacht, wenn wir kapitulieren, wenn wir den Yoga der Verzweiflung ausführen.

In dem Moment, wo wir den Yoga der Verzweiflung ausführen, unsere eigene Machtlosigkeit anerkennen und damit unsere wahre Ist-Situation erkennen – nämlich, dass wir nicht die erleuchteten Sieger sind, sondern stattdessen ein Problem haben –, in dem Moment, wo wir demütig werden und die Möglichkeit akzeptieren, dass es eine Macht größer als wir selbst gibt, eine göttliche Macht, die uns helfen kann, dann ist Genesung möglich:

»Wir kamen zu dem Glauben, dass eine Macht größer als wir selbst unsere geistige Gesundheit wiederherstellen kann.« (2. Schritt)

Genesung ist bei der hier diskutierten Frage die Loslösung vom Wunsch zu siegen, sowie die Befreiung aus dem mythischen Bann des Kreislaufes von Krieg und Frieden. Frieden ist in diesem mythischen Bann nicht viel mehr als das Ende des Krieges. Der Krieg endet, wenn einer siegt und der andere verliert. Der Sieger setzt das neue Recht und begründet damit eine neue Herrschaftsstruktur. Es herrscht nun Friede, aber in dieser Dualität liegt die Notwendigkeit des nächsten Krieges begründet, denn die Verlierer werden nicht ruhen und ihr Recht auf Existenz einfordern. Der Frieden erzwingt den nächsten Krieg. Auf dem Austritt aus diesem Bannkreis von Sieg und Niederlage gründet sich ein neues geschichtliches Zeitalter, das auf den wahren ewigen göttlichen Prinzipien beruhen wird.

Zur Kritik der Gewalt

Der Philosoph Walter Benjamin schrieb eine philosophische Abhandlung über die Gewalt, in der er diese sehr differenziert betrachtet. Er unterscheidet die Gewalt als Mittel von der Gewalt als Zweck. Als Zweck ist Gewalt immer verwerflich, aber als Mittel hat sie unter Umständen eine Berechtigung. Als Mittel dient Gewalt zum Beispiel im Recht zur Durchsetzung der Gesetze sowie generell als Staatsgewalt zur Durchsetzung der Interessen des Staates. Übertritt jemand ein Gesetz, das durch das Recht gesetzt ist, wird er mit der Staatsgewalt konfrontiert. Ihm wird die Freiheit entzogen oder er bekommt eine Geldstrafe. Gewalt ist hier also zur Durchsetzung des Rechts erlaubt. Alle Gewalt außerhalb des Rechts wiederum ist nicht erlaubt.

Benjamin macht deutlich, dass das Recht nach einem Krieg vom Sieger gesetzt wird. Es dient dazu, die jetzt gültige Herrschaft zu erhalten und die Gegner dieses Rechts zu bekämpfen. Wir haben es hier also nicht mit einem wirklich universalen Recht zu tun, und schon gar nicht mit Gerechtigkeit, sondern mit einem bedingten und zeitweiligen Zustand, der auf den partikularen Interessen bestimmter Gruppen beruht. Das nennt Benjamin mythisch und kommt zu der Schlussfolgerung:

»Auf der Durchbrechung dieses Umlaufs im Banne der mythischen Rechtsformen, auf der Entsetzung des Rechts samt den Gewalten, auf die es angewiesen ist wie sie auf jenes, zuletzt also der Staatsgewalt, begründet sich ein neues geschichtliches Zeitalter.« (Walter Benjamin, Gesammelte Schriften, Bd. II, S. 202)

»Die gesamte mythische Struktur – das Recht, die Polizei und letztlich der Staat – muss aufhören.«

Der Bann muss also gebrochen werden. Die gesamte mythische Struktur – das Recht, die Polizei und letztlich der Staat – muss aufhören. Zur Durchbrechung dieses Bannes kann unter Umständen Gewalt nötig sein. Er nennt diese Form der Gewalt »unmittelbare Gewalt«, also Gewalt, die nicht als Mittel verwendet wird. Beispiele unmittelbarer Gewalt sind der spontane Zorn, revolutionäre Gewalt und göttliche Gewalt. Gewalt, als Grundelement des Krieges, kann in diesem Sinne möglich sein, wie auch die Bhagavad-gita bestätigt.

»Ist aber der Gewalt auch jenseits des Rechtes ihr Bestand als reine unmittelbare gesichert, so ist damit erwiesen, daß und wie auch die revolutionäre Gewalt möglich ist, mit welchem Namen die höchste Manifestation reiner Gewalt durch den Menschen zu belegen ist.« (ebd.)

Zur Herleitung dieser Schlussfolgerung sei auf Benjamins Aufsatz verwiesen. Es geht hier um den Ausstieg aus dem ideologischen Bewusstsein. Diese revolutionäre Handlung wäre eine Handlung ohne Illusion, ohne aus dem Ego motiviert zu sein, im Grunde eine Form der göttlichen Gewalt. Es führt zu dem Gedanken des heiligen Krieges – ein sehr heißes Eisen, das seiner spirituellen Erklärung harrt. Dazu später mehr.

Die ewige Seele

Im zweiten Kapitel der Bhagavad-gita beginnt Krishna die Unterweisung Arjunas. Nachdem er sich die Verzweiflung Arjunas angehört hatte, die auf ihn ein wenig zu dramatisch wirkt, spricht er die folgenden Worte:

»Während du gelehrte Worte sprichst, betrauerst du, was des Kummers nicht wert ist. Die Weisen beklagen weder die Lebenden noch die Toten.« (Bg. 2.11)

Dies wirkt nun sehr befremdlich, denn wie soll es möglich sein, weder die Lebenden noch die Toten zu beklagen? Fehlt hier nicht jegliche Empathie, jegliches Mitgefühl? Sind wir nun in einer kalten, technokratischen Logik angekommen? Der Grund, warum wir diesen Kummer aufgeben können, liegt darin, dass das Lebewesen ewig ist:

»Niemals gab es eine Zeit, als ich oder du oder all diese Könige nicht existierten, und ebenso wird niemals in der Zukunft einer von uns aufhören zu sein.« (Bg. 2.12)

Krishna erklärt ausführlich, dass die Seele ewig und nur der Körper sterblich ist. Was wir als Tod wahrnehmen, ist der Wechsel eines Körpers, die sogenannte Reinkarnation oder Seelenwanderung – eine Wellenbewegung.

Krishna erläutert dann alle Aspekte. Die Seele kann nicht zerstört werden, es gibt für sie zu keiner Zeit Geburt oder Tod (Bg. 2.20). Das Selbst tötet nicht und wird auch nicht getötet (Bg. 2.19). Aber jemand, der geboren wurde, dem ist der Tod gewiss, und jemand, der gestorben ist, dem ist die Geburt gewiss (Bg. 2.27).

Krishna erklärt eine sehr transzendente Sicht der Dinge, wie sie für die indische Spiritualität typisch ist. Die Veden unterscheiden zwischen materieller und spiritueller Energie. Das Lebewesen ist demnach eine ewige, spirituelle Seele, das heißt sie ist jenseits von Raum und Zeit und nicht dem Werden und Vergehen unterworfen. Geburt und Tod und alle historischen Daseinslagen fallen dagegen in den Bereich der materiellen Energie. Sie sind vergänglich und gehören nicht in den Bereich der Wahrheit, da diese eine ewige Qualität hat. Gleichwohl ist es für Menschen notwendig, innerhalb der materiellen Energie von Zeit und Raum bestimmten Verhaltensregeln und Gesetzen zu folgen, um mit diesen Bedingtheiten des Lebens richtig umzugehen, sodass daraus kein Leiden oder keine Zerstörung erfolgt. Deshalb gibt es das Dharma, die Religion. Das Dharma regelt die sozialen und ethischen Pflichten der Menschen.

Die sozialen und ethischen Pflichten

Als Mitglied der Königsdynastie war es Arjunas Pflicht, sein Land zu verteidigen und dafür notfalls zu kämpfen (Bg. 2.31). Das ist die Aufgabe eines Königs oder Herrschers. In der vedischen Kultur wurden vier Klassen von Menschen unterschieden: Priester, Krieger, Händler und Arbeiter. Man kennt das heute noch in degenerierter Form als Kastensystem. Es war aber ursprünglich nicht im Sinne einer Vererbung, sondern als eine Art Typenlehre gedacht, die die Neigungen und Eigenschaften eines Menschen betrachtet. Es kam also darauf an, welche Neigungen ein Mensch hatte. Sie entschieden darüber, zu welcher Klasse er gehörte.

Die Priester gelten als die Seelsorger und Weisen, die sich um das spirituelle Wohl der Menschen kümmern. Die Krieger sind die Könige und Politiker, die die Regierung stellen und die soziale Organisation betreuen. Die Händler sind alle Arten von Unternehmern, Selbstständigen und Geschäftsleuten. Die Arbeiter schließlich haben die Neigung, einem Herrn zu dienen und ihre Energie in dessen Dienst zu stellen, um dafür versorgt zu werden. 

Für jede Klasse gibt es bestimmte Prinzipien. Ein Priester darf zum Beispiel nicht für Geld arbeiten und lebt von Spenden und dem, was er auf seinem Weg findet. Ein Krieger lebt von Steuern und Eroberungen, darf aber auf keinen Fall Spenden annehmen. Ein Händler lebt von dem Gewinn seines Handels, und der Arbeiter wird für den Dienst bezahlt, den er den anderen Klassen erweist.

Arjuna war ein Krieger und hatte die Aufgabe, zu kämpfen. Er wurde aber schwach, weil er das transzendentale Wissen vergaß und sich mit seinem Körper identifizierte. In diesem Sinne empfand er Schmerz darüber, seine Verwandten zu bekämpfen, und rechtfertigte dies mit ethischen Prinzipien. Dieser Kampf, den Arjuna nun führen soll, hat aber bestimmte transzendentale Prinzipien. So soll er Sieg oder Niederlage nicht beachten (Bg. 2.38). Er soll nicht handeln, um die Früchte zu genießen, denn jeder Mensch, der Macht, Status, Sieg, Gewinn oder Sinnesbefriedigung anstrebt, möchte die Früchte seiner Handlungen genießen (Bg. 2.42–43). Das nennt sich Karma. Durch dieses Karma wird man an die Handlung gebunden und befindet sich auf der materiellen Ebene, die uns in den Kreislauf der Geburten und Tode und in den mythischen Bann des dualistischen Prinzips von Krieg versus Frieden oder Sieg versus Niederlage verstrickt. Es gilt, sich daraus zu befreien (Bg. 2.45). Man sollte sich niemals für die Ursache der Ergebnisse seiner Tätigkeit halten und nicht daran haften, seine Pflicht nicht zu erfüllen (Bg. 2.47).

»Gib alle Anhaftung an Erfolg und Misserfolg auf. Solche Ausgeglichenheit wird Yoga genannt.« (Bg. 2.48)

Das ist der wahre Yoga: die Transzendierung aller dieser dualen Prinzipien. Yoga ist deshalb die Kunst des Handelns (Bg. 2.50). Der Praktiker wird zu einem Weisen mit stetigem Geist, der nicht von Glück und Leid verwirrt und frei von Anhaftung, Angst und Sorgen ist (Bg. 2.56). Er wertet nicht mehr zwischen gut und schlecht (Bg. 2.57). Er ist in der Lage, seine Sinne von den Sinnesobjekten zurückzuziehen und sich in dem inneren Bewusstsein zu verankern (Bg. 2.58). Er erfährt einen höheren Geschmack, als es ihm die Sinnesbefriedigung zu geben vermag (Bg. 2.59). Dieser Geschmack ist der Geschmack der Transzendenz, der liebevollen Beziehung zu Göttin-Gott (Bg. 2.61). In diesem transzendentalen Bewusstsein, das frei von Anhaftung und Ablehnung (Bg. 2.64) ist, ist wahrer Friede möglich:

»Wer nicht mit dem Höchsten verbunden ist, kann weder transzendentale Intelligenz noch einen gefestigten Geist haben, ohne die keine Möglichkeit zum Frieden besteht. Und wie kann es Glück ohne Frieden geben?« (Bg. 2.66)

Krishna macht deutlich, dass es darum geht, die Sinne zu kontrollieren, weil die Sinnesbefriedigung uns in unser Ego bringt, und aus dieser Position heraus können wir niemals eine neutrale und gerechte Perspektive einnehmen. Unsere Motive und Intentionen werden dann immer perspektivisch und parteiisch sein und unsere Intelligenz und unseren Geist verzerren. Wir werden dann immer in einer Form von Ideologie wahrnehmen, denken und beurteilen. Man sieht aus der egoistischen Perspektive, wobei auch das ›Wir‹ eine egoistische Perspektive ist. ›Wir‹ ist die 1. Person Plural, und ›Ich‹ ist die 1. Person Singular. In beiden Fällen geht es aber um die 1. Person, die im Mittelpunkt steht und das Zentralgestirn sein soll, der Herrscher seines Reiches. Wir kommen auf diese Weise nicht aus dem mythischen Bann heraus.

Ein befreiter Mensch hingegen ist frei von Wünschen und hat allen Anspruch auf Besitz aufgegeben, er ist frei von falschem Ego und nur so kann er wirklichen Frieden erlangen (Bg. 2.71).

Man kann alle diese Verhaltensaspekte mit einem Wort beschreiben: Der Weise verfolgt keine Absicht.

»Das ist der Weg des spirituellen und gottgefälligen Lebens. Nachdem man es erreicht hat, ist man nicht mehr verwirrt. Ist man selbst zur Stunde des Todes in diesem Bewusstsein verankert, kann man in das Königreich Gottes eintreten.« (Bg. 2.72)

»Das richtige Ego ist die ewige Identität unserer Seele als Dienerin oder Diener Gottes.«

Damit enden die Unterweisungen des zweiten Kapitels. Wir haben hier also nun das grundlegende, essenzielle Setting, um zu wirklichem Frieden zu gelangen. Es liegt darin, das falsche Ego aufzugeben. Das richtige Ego ist die ewige Identität unserer Seele als Dienerin oder Diener Gottes. Wir handeln im Sinne der göttlichen Ordnung ohne eigenes Interesse. Dadurch entsteht der objektive Blick, frei von Anhaftung und Ablehnung, ohne zu bewerten und ohne ideologisch zu denken. Mit diesem Wissen tritt man aus dem Wald der Täuschung heraus und findet wirkliche Stabilität.

»Wenn deine Intelligenz aus dem dichten Wald der Täuschung herausgetreten ist, wirst du gegenüber allem, was gehört worden ist, und allem, was noch zu hören ist, gleichgültig werden.« (Bg. 2.52)

Das ist eine geistige Ordnung, die ein richtiges Bewusstsein und Sein ausbilden kann. Von diesem transzendenten Standort aus ist es möglich, Streit wirklich zu schlichten und echten Frieden zu ermöglichen. Es ist deshalb notwendig, zunächst an der eigenen inneren Entwicklung zu arbeiten. Nur ein erleuchteter Mensch kann die Situation richtig beurteilen. Auf der kollektiven Ebene bräuchten wir eigentlich ein Grundwerteparlament, wo echte, reine und weise Menschen aus allen Nationen und Religionen zusammenkommen, um gemeinsam zu beraten, was zu tun ist. Diese Menschen, frei von Ego und Sinnesbefriedigung, müssten sich zu Beginn jeder Sitzung in Gebet und Meditation dazu bereit machen, ein Medium für die göttliche Weisheit zu sein.

»Für den Sinn und Zweck unserer Gemeinschaft gibt es nur eine höchste Autorität – einen liebenden Gott, der sich in unserem Gruppengewissen zu erkennen gibt. Unsere Vertrauensleute sind nur betraute Dienerinnen und Diener, sie herrschen nicht.« (2. Tradition)

Dies ist die sogenannte Zweite Tradition im Zwölf-Schritte-Programm. Während die zwölf Schritte das individuelle Verhalten des Einzelnen betreffen, geht es bei den dazugehörigen zwölf Traditionen um die soziale Dimension, also um das Verhalten in der Gemeinschaft. Wir Menschen streiten uns immer um die Herrschaft, um die Autorität. Kriege und politische Konflikte sind genau wie im privaten Bereich Machtkämpfe. Wir werden aus diesem Bannkreis nicht heraustreten können, solange wir als Menschen Macht oder Herrschaft beanspruchen. Wie diese Zweite Tradition sagt, gibt es nur eine höchste Autorität, und diese Autorität ist ein liebender Gott. Wir Menschen haben nicht die Eigenschaft der Macht. Die wahre Macht liegt bei Gott. Wenn wir diesen Mindset zugrunde legen, entsteht daraus sauberes Verhalten, frei von Ego, Ideologie und mythischem Bann.

Der Yoga der Befreiung

Krishna beschreibt dann im Folgenden die verschiedenen Formen des Yoga, zum Beispiel Karma-Yoga, Jnana-Yoga, Bhakti-Yoga und schließlich im 18. und letzten Kapitel Moksha-Yoga, den Yoga der Befreiung.

Nachdem wir von Krishna die Bedingungen gehört haben, unter denen echter Friede möglich ist, stellt sich für Arjuna genauso wie für uns die Frage, wie nun zu handeln sei. Erinnern wir uns: Es gibt einen Konflikt zwischen Gut und Böse, es gibt eine transzendentale Ebene sowie bestimmte gesellschaftliche Aufgaben, und es gibt ein Lebewesen in Raum und Zeit, das eigentlich eine ewige, spirituelle Seele ist.

Krishna erklärt noch einmal die Grundprinzipien. Es geht darum, »alle Tätigkeiten, die in materiellen Wünschen gründen, aufzugeben« (Bg. 18.2). Dieser Vorgang wird Entsagung genannt. Es bleiben aber dann noch Handlungen übrig, die auch der Spiritualist ausführen kann. Dazu gehören Opferhandlungen, Wohltätigkeit und Bußen (Bg. 18.5) sowie die vorgeschriebenen Pflichten des Dharma (Bg. 18.7).

»Alle Tätigkeiten sollten ohne Anhaftungen ausgeführt werden, ohne dafür ein Ergebnis zu erwarten. Sie sollten allein aus Pflichtgefühl ausgeführt werden, o Sohn Pritas. Das ist meine endgültige Meinung.« (Bg. 18.6)

Ein solches Verhalten wird von Krishna als Tugend bezeichnet (Bg. 18.9). Ein solcher Mensch ist in der Lage, Dinge zu tun, die ihm unangenehm sind, sowie andere Dinge zu unterlassen, die ihm angenehm sind, ohne dadurch gestört zu sein (Bg. 18.10). Dies ist wirklich eine sehr ungewöhnliche Erfahrung, wenn man in der Lage ist, die eigenen Anhaftungen und Abstoßungen zu transzendieren und eine Handlung einfach deshalb ausführen zu können, weil sie getan werden muss (zum Beispiel früh aufstehen). Es ist die Erfahrung, über den körperlichen Drängen, sentimentalen Stimmungen und egogetriebenen Motiven zu stehen. Erst dann sind eine befreite Handlung und eine befreite Erkenntnis möglich. Dies ist keine aufgezwungene Entsagung, sondern ein anderer psychischer Standort, ein neuer, spiritueller Geisteszustand. Geist, Intelligenz und Ego sind dann in einer transzendenten oder spirituellen Position, die durch die spirituellen Übungen der Meditation, des Gebets und der zeremoniellen Handlungen sowie durch göttliche Gnade erreicht wird. Eine spirituelle Praxis ist für jeden Menschen unerlässlich und Voraussetzung für eine klare Sicht auf die Dinge. Das Ziel dieser spirituellen Praxis ist Erleuchtung oder spirituelles Erwachen. So heißt es im zwölften Schritt des Zwölf-Schritte-Programms:

»Nachdem wir ein spirituelles Erwachen erlebt hatten, versuchten wir, die Botschaft an andere Süchtige weiterzugeben und unser tägliches Leben nach diesen Prinzipien auszurichten.« (12. Schritt)

Nachdem wir also das spirituelle Erwachen erlebt haben, werden wir aktiv – nicht vorher. Krishna betont, dass es für das verkörperte Lebewesen nicht möglich ist, alle Tätigkeiten aufzugeben (Bg. 18.11). Es ist also notwendig, eine Handlung auszuführen. Es stellt sich damit für Arjuna nach wie vor die Frage, wie er handeln soll. Und nun sagt Krishna einen Satz, der für einen Menschen mit einer weltlichen Moralvorstellung vielleicht sehr problematisch ist, aus der transzendenten Perspektive aber eine Wahrheit darstellt:

»Jemand, der nicht vom falschen Ego motiviert ist und dessen Intelligenz nie in Verwirrung gerät, tötet nicht, selbst wenn er in dieser Welt Menschen tötet. Und er wird durch seine Handlungen auch nicht gebunden.« (Bg. 18.17)

Es ist also möglich, einen Menschen zu töten, ohne dadurch eine sündhafte Handlung auszuführen! Das ist schon sehr bestürzend. Diese Handlung ist aber nur unter den Umständen keine Sünde, dass sie nicht vom falschen Ego motiviert ist und nicht aus einer Verwirrung der Intelligenz hervorgeht. Der Ausführende verfolgt keine persönliche Absicht.

Das Tao Te King, das tatsächlich eine Anweisung für Staatsoberhäupter ist, sagt dazu: 

»Der beste General erreicht sein Ziel, ohne Dominanz zu wollen – ohne Überheblichkeit, Ruhmsucht und Stolz. Ein Ergebnis wird erlangt, weil es keine andere Wahl gibt. Wird jedoch Zwang ausgeübt, dann überlebt sich das schnell, denn es ist gegen das Tao und muss darum bald vergehen.« (30. Lehrsatz)

Das Ergebnis stellt sich von selbst ein, wenn man es nicht beeinflusst und keine Absicht hat. Das ist die Höhere Macht, hier das Tao. 

Fazit

Gehen wir zurück zur Anfangssituation, dass die Geschichte der Menschheit immer schon eine Geschichte von Kriegen ist. Wir leben nicht im Paradies, sondern in einem gefallenen Zustand, in dem die Menschen in Streit leben, von ihrem Ego und ihren ungezügelten Sinnen kontrolliert werden und keine transzendente, spirituelle Position ihres Geistes halten können. Wir leben in Maya, in Illusion, wie die östlichen Religionen sagen, oder in Sünde, gemäß der abrahamitischen Tradition. 

Dieser gefallene oder bedingte Zustand ist immer schon Krieg. Ab und zu gibt es Frieden, aber nur dann, wenn eine Partei gewonnen hat. Um aus diesem gefallenen Zustand endgültig auszutreten, kann ein Akt der Gewalt unter Umständen notwendig sein. Es kann notwendig sein, den Tyrannen zu stürzen. Aber diese Art von Gewalt ist revolutionäre Gewalt, wie sie Walter Benjamin beschreibt. Man wird, wie die Bhagavad-gita hier sagt, durch diese Handlung nicht gebunden, das heißt man verursacht kein Karma und bekommt keine sündhafte Reaktion.

Frieden ist eine schöne Sache, aber wir sollten den ewigen Frieden anstreben, nicht den zeitweiligen Frieden, der nur das Gegenstück zum immer wieder ausbrechenden Krieg ist. Dazu bedarf es spiritueller Prinzipien und des Wissens über die ewige Natur des Lebewesens. Ob dieser ewige Frieden am Ende in einer historischen Situation durch einen letzten Akt revolutionärer Gewalt herbeigeführt werden wird, können wir nicht sagen. Wir müssen diese Möglichkeit aber in Betracht ziehen, um dem Bösen zu begegnen. Das wäre in der Tat ein heiliger Krieg, denn er würde geführt werden, um die heiligen Prinzipien wieder einzuführen. Wer das entscheiden soll, ist die große Frage. Wir können uns aber nicht auf eine Position zurückziehen, wo wir diese Entscheidung vermeiden. Das liegt in unserer Fähigkeit des Urteils begründet, das aber gemäß der Zweiten Tradition des Zwölf-Schritte-Programms durch das Gruppengewissen abgesichert sein muss.

Arjuna jedenfalls entschied sich, nachdem er alle Unterweisungen von Krishna gehört hatte, zu kämpfen – und er siegte. Mit dieser Schlacht begann, so die vedische Überlieferung, das Kali-Yuga, das eiserne Zeitalter der Streitsucht und Heuchelei, in dem wir uns jetzt noch befinden. Walter Benjamin nennt es das mythische Zeitalter. Das nächste Zeitalter ist laut der Veden ein goldenes, laut Benjamin das messianische.

»Im kommenden Zeitalter wird die Feder des Philosophen schwerer wiegen als das Schwert des Kriegers.«

Um dieses mythische Zeitalter zu beenden und das messianische einzuleiten, bedarf es möglicherweise eines letzten revolutionären Aktes, um die Herrschaft böser Mächte zu brechen. Im neuen Zeitalter wird es keine Sieger und Verlierer mehr geben. Das wird der ewige, für alle gerechte Frieden sein.

Eine Sufiweisheit sagt dazu: »Im kommenden Zeitalter wird die Feder des Philosophen schwerer wiegen als das Schwert des Kriegers.«

Über den Autor

Ronald Engert, geb. 1961. 1982–88 Studium der Germanistik, Romanistik und Philosophie, 1994–96 Indologie und Religionswissenschaften an der Johann Wolfgang Goethe-Universität Frankfurt/M. 1994 Mitgründung der Zeitschrift Tattva Viveka, seit 1996 Herausgeber und Chefredakteur. 2017 Bachelorabschluss in Kulturwissenschaft an der Humboldt-Universität zu Berlin. Seitdem Masterstudium. 2022 Masterarbeit zum Thema »Mystik der Sprache«. Autor von »Gut, dass es mich gibt. Tagebuch einer Genesung« und »Der absolute Ort. Philosophie des Subjekts«.

Blog: ronaldengert.com
Zeitschrift: tattva.de

Bildnachweis: © Adobe Photostock

Kommentar verfassen

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert

Nach oben scrollen